Forscher und Industrie kooperieren
Das deutsche Lasertechnik-Netzwerk gilt als weltweit einmalig

Die Zusammenarbeit zwischen Forschern und Industrie beflügelt Entwicklung und Exporte. Institute treiben die Markteinführung neuer Technologien durch Kooperationen entscheidend voran. Um das Forschungsnetzwerk in der Lasertechnik wird Deutschland international beneidet, meinen Experten.

BREMEN. Die Reparatur kaputter Flugzeug-Turbinen bei Rolls-Royce Deutschland war früher ein mühsames Unterfangen, musste die komplexe Technik doch komplett auseinander genommen werden, wenn sich die Bruchstelle im Innern verbarg. Doch seit neustem hat der Turbinenbauer einen Laser im Maschinenpark, der über seinen Lichtstrahl Reparatur-Material in Pulverform zuführt – und dadurch abgenutzte in neuwertige Triebwerke zurückverwandelt. Und das ganz ohne die Zerlegung in Einzelteile.

„Das Verfahren setzt neue Standards für die Instandsetzung hochwertiger Flugtriebwerkkomponenten“, erklärt Peter Loosen, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik (ILT) in Aachen, wo man den Reparatur-Laser entwickelt hat. „Derzeit schickt Rolls-Royce die zu bearbeitenden Teile noch zu uns“, sagt Loosen. „Doch in spätestens zwei Jahren wird das gesamte Verfahren ins Unternehmen transferiert.“

Die Zusammenarbeit des renommiertem Instituts mit dem Luftfahrtunternehmen zeigt, wie stark Industrie und Forschung in Sachen Lasertechnologie harmonieren. Das Netzwerk aus Universitäten, Forschungseinrichtungen, Verbänden und Unternehmensclustern gilt in Deutschland als weltweit einzigartig – und als Erfolgsrezept der hiesigen Industrie. Wie stark gerade die Wirtschaft von der engen Kooperation mit den Forschern profitiert, zeigt die neue Lasertechnik zur Reparatur von Flugzeugturbinen: So wollen ILT und Rolls-Royce die Reparaturkosten um 40 Prozent senken. Auf der Fachmesse „Laser 2007“, die am 18. Juni in München beginnt, wollen die Forscher das Verfahren präsentieren.

„Unsere Aktivitäten sind stark anwendungsorientiert und haben das Ziel, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung gezielt in die industrielle Fertigung zu überführen“, beschreibt Peter Loosen das Selbstverständnis seines Hauses. Pro Jahr erwirtschaftet das ILT mit 200 Mitarbeitern einen Umsatz von 20 Millionen Euro, die meisten Projekte werden mit öffentlichen Geldern gefördert. „In anderen Ländern wie etwa in den USA gibt es zwar eine hervorragende Forschung, aber es mangelt oft an der Umsetzung“, sagt Loosen.

Einer der entscheidenden Vorteile des Laser-Forschungs-Netzes ist seine flächendeckende Streuung: Während andere Technologien, wie die Halbleiterproduktion oder die Windenergie, oft regional verwurzelt sind, gibt es in der Lasertechnik in nahezu allen Ecken Deutschlands Kooperationen zwischen Forschung und Industrie. Ein prominentes Beispiel ist die Firma Trumpf Laser GmbH aus Schramberg, die regelmäßig Forschungsaufträge an das Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen in Stuttgart vergibt.

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