Forschungsförderung
Innovation schafft Arbeitsplätze

Forschung und Entwicklung fördern die Entstehung neuer Arbeitsplätze. Der Mittelstand hat daran mit seinen Forschungsvereinigungen einen hohen Anteil. Staatliche Forschungsgelder sollen nun dem Mittelstand den Rücken stärken.

HB DÜSSELDORF. Der Mittelstand als Jobmotor nimmt neuen Anlauf: Zu Beginn dieses Jahres melden die von der KfW Bankengruppe geförderten kleinen und mittleren Unternehmen, ihre Beschäftigung im Durchschnitt um 9,2 Prozent ausweiten zu wollen. Gleichzeitig löst sich der Investitionsstau in der mittelständischen Industrie auf. Laut aktuellem BDI-Mittelstandspanel will sie ihre Sachinvestitionen in diesem Jahr um gut zehn Prozent steigern. Dabei engagieren sich Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten stärker als Unternehmen jenseits dieser Größenordnung. Das sind alles in allem gute Indikatoren für ein Mehr an Vertrauen, das die Unternehmen in ihre künftige Entwicklung setzen. Der Mittelstand steht in den Startblöcken. Wer sorgt jetzt für den nötigen Rückenwind?

Innovation gilt als Königsweg zu prosperierenden Unternehmen und einer florierenden Volkswirtschaft. Doch kleine und mittelständische Unternehmen bleiben auf diesem Weg oft auf der Strecke. Nach einer Studie der OECD bildet Deutschland beim Anteil der Forschungsaufwendungen des Mittelstandes international das Schlusslicht. Auch der Anteil der staatsfinanzierten Forschung und Entwicklung (F&E) der Unternehmen liegt unter dem OECD-Durchschnitt. Dabei bestehen enge Zusammenhänge zwischen den F&E-Ausgaben und den so dringend benötigten Industrie-Arbeitsplätzen.

Der Mittelstand bleibt dennoch am Ball. Als weit verbreitete Maßnahme zur Sicherung und Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit nennen die befragten Industrieunternehmen im Mittelstandspanel die Zusammenarbeit mit anderen Firmen. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen unterhalten derzeit Kooperationsbeziehungen. Hauptmotive bei den F&E-Kooperationen sind Technologiezugang, fehlendes unternehmensinternes Know-How und ein Mangel an geeigneten Fachkräften. Die Kooperationen sind offenbar überwiegend erfolgreich: Nach Auskunft einer großen Mehrheit der Unternehmen sind infolge ihrer derzeit wichtigsten Kooperation Wettbewerbsfähigkeit, Umsatz und Ertrag teilweise stark gestiegen. Zudem verliefen die Kooperationen in aller Regel problemlos.

Kaum ein Mittelständler kann im Alleingang kostspielige und risikoreiche Forschungsaufträge erteilen oder gar ständig eine eigene Entwicklungsabteilung unterhalten. Aus dieser Not hat der deutsche Mittelstand längst eine Tugend gemacht. Innerhalb einzelner Branchen oder Technologiefelder haben sich rund 50 000 kleine und mittlere Unternehmen unter dem Dach der AiF zu 102 industriellen Forschungsvereinigungen zusammengeschlossen. Für ihre gemeinsame, vorwettbewerbliche Forschung stellte das Bundeswirtschaftsministerium im vergangenen Jahr 101 Mill. Euro zur Verfügung. Das ist ein kleiner Einsatz im Verhältnis zum volkswirtschaftlichen Nutzen der Gemeinschaftsforschung. Ihre Breitenwirkung ermöglicht einen besonders großen Hebeleffekt: Hier initiiert jeder öffentliche Euro gleich ein Mehrfaches an industrieller Forschungsinvestition. Deshalb stellt das Innovationsnetzwerk der AiF einen handfesten Standortvorteil unseres Landes dar.

Wenn es nun gilt, das Lissabon-Ziel der Europäischen Union zu erreichen und die F&E-Ausgaben von Wirtschaft und Staat bis 2010 auf drei Prozent des Brottoinlandsprodukts zu steigern, ist die Forschungsförderung für den Mittelstand ein wirksames Instrument. Nach dem Beschluss der Genshagener Kabinettsklausur, bis 2009 sechs Milliarden Euro zusätzlich für Forschung und Entwicklung einzusetzen, davon rund 800 Millionen Euro im Jahr 2006, dürfen auch die Fördermittel für die industrielle Gemeinschaftsforschung nicht auf der Stelle treten. Laut aktuell beschlossenem Haushaltsentwurf sind in diesem Jahr 108 Mill. Euro dafür eingeplant - mit einer schrittweisen Steigerung der Mittel in den kommenden Jahren. In der Forschungsförderung für den Mittelstand mit ihrer ausgeprägten Anwendungsorientierung und ihrer Langzeitwirkung ist dieses Geld bestens angelegt.

Silvia Behr ist Leiterin Pressearbeit der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. (AiF).

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