Forschungsgemeinschaft
Elchtests und Ultraleicht-Werkstoffe

Mit der Forschungsgemeinschaft Intralogistik (IFL) will die Branche ihre Innovationskraft stärken. Die gemeinsamen Erkenntnisse sollen die beteiligten Unternehmen vor der Billigkonkurrenz aus Asien schützen. Darum wird auch in der Krise nicht an den Forschungsausgaben gespart.

BREMEN. Ein Gabelstapler rast über den Asphalt. Plötzlich reißt der Fahrer das Steuer nach links, das Fahrzeug kippt - und wird im letzten Moment von zwei Metallstützen gehalten, die seitlich an dem Gabelstapler befestigt sind. "Mit diesem Elchtest simulieren wir ein kritisches Fahrmanöver eines Gabelstaplers, das ruckartige Abbiegen bei schneller Fahrt", sagt Ralf Baginski, Bereichsleiter Entwicklung bei der Hamburger Jungheinrich AG. "Wir entwickeln eine Norm zusammen mit dem europäischen Normungsgremium für Flurförderzeuge und wollen Gabelstaplerfahren sicherer machen."

Der Gabelstapler-Elchtest ist ein Projekt der Forschungsgemeinschaft Intralogistik (IFL), zu der sich mehrere Hersteller zusammengeschlossen haben. Das Ziel: Die Branche mit Innovationenen wettbewerbsfähig zu halten.

Die Projekte laufen meist in Kooperation mit Hochschulen. Sie entwickeln unter anderem neue Sicherheitstests. Die Standsicherheit von Gabelstaplern etwa wird bisher mit einem Test auf einer Kippbühne bewertet. "Der sagt über die Sicherheit aber nur wenig aus, weil das Fahrzeug nicht fährt", sagt Baginski.

Die Projekte finanzieren IFL-Mitglieder und das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Derzeit arbeitet das IFL an einer ganzen Reihe von Zukunftsprojekten: Forscher untersuchen die Festigkeit von Regalsystemen, das Verhalten von Reifen an Flurförderzeugen und neue Werkstoffe, mit denen leichtere Konstruktionen möglich sind. "Wir erforschen Dinge, die sich noch nicht in der Produktentwicklung befinden", sagt IFL-Vorsitzender Wolfgang Albrecht. "Unser Ziel sind nicht nur neue Innovationen, sondern auch die Verbesserung des Kundennutzens."

Praxisreif ist noch keines der Forschungsprojekte. Doch IFL-Mitglieder wissen, dass die Gemeinschaftsforschung allen nützt. "Besonders im Wettbewerb zu asiatischen Billiganbietern erarbeitet das IFL einen entscheidenden Wissensvorsprung", sagt Ludger Frerichs, Entwicklungsleiter beim Intralogistik-Anbieter Still. "Die Forschungsergebnisse fließen in unsere internen Tests mit ein", sagt Frerichs und hofft, dass sich noch mehr Firmen aus der Intralogistik der IFL anschließen: "Vor allem mittelständische Unternehmen können von der Forschung profitieren."

IFL-Vorsitzender Albrecht kündigt an, die Forschungsprojekte trotz Wirtschaftskrise nicht zurückzufahren: "Wir forschen weiter, denn nur wenn eine Branche über Innovationen verfügt, können sich die Unternehmen im weltweiten Wettbewerb behaupten."

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