Fortschritte in der Schneidetechnik
Laserstrahlen, Plasma- und Wasser-Schneider trennen immer dickere Metallbleche

Innovative Verfahren ermöglichen präzisere und schnellere Schnitte – Vor allem die Plasma-Technik bewährt sich in der Metallverarbeitung. Laser und Wasserabrasivstrahlen hingegen gelten noch als zu teuer für den breiten Einsatz.

KÖLN. Die 20-Millimeter-Metallplatte sitzt fest in der Verankerung. Behäbig gleitet eine Maschine über sie hinweg, ohne die glänzende Oberfläche zu berühren. Dann tritt ein Strahl aus dem fahrenden Gehäuse aus, verdichtet sich zu einem roten Punkt und sucht sich den Weg durchs Material. Nach vier Minuten hat er die Platte der Länge nach in zwei gleiche Einzelstücke zertrennt. Punktgenau.

„Diese Dicken mit Lasern zu trennen war noch vor wenigen Jahren undenkbar. Wir haben unsere Anlage mittlerweile hochgerüstet“, sagt Frank Krumbein, Geschäftsführer der Allcut GmbH in Velbert. Sein Unternehmen verlässt sich auf die „L 3050“ und ihren roten Punkt, der präzise Blechverkleidungen für Maschinen oder Antriebshebel zuschneidet. Der Stahl kann da ruhig bis zu 25 Millimeter dick sein, VA-Edelstahl bis zu 20 und Aluminium bis zu 15 Millimeter.

Innovative Trennverfahren für die Metallindustrie werden mit Hochdruck weiter entwickelt. Nicht nur Laser-, sondern auch Plasma- oder Wasserverfahren sind im Kommen. Sie sorgen für präzisere Schnitte ohne Winkelfehler in immer kürzerer Zeit. Schneide-Rückstände sollen der Vergangenheit angehören. Doch die vermeintlichen Alleskönner sind auf den zweiten Blick noch gar keine.

Mit der Lasertechnik etwa kann man zwar berührungslos und auf den Punkt genau arbeiten, ohne dass der Laser sich abnutzen würde. Er taugt außerdem zum Löten, Härten, Bohren und Schweißen. Doch Lasermaschinen sind auch ziemlich teuer. „Eine Plasmaquelle ist schon ab 25 000 Euro erhältlich. Da kostet der Laserschneider das Fünffache“, weiß Volker Krink, Geschäftsführer der Kjellberg Elektroden und Maschinen GmbH in Finsterwalde. „Hinzu kommt bei den Anschaffungskosten noch das Führungssystem, das sowohl für Plasmageräte als auch für Laserstrahlen bei 50 000 bis 75 000 Euro liegt“. Billig sei auch das nicht.

Aber: „Im Vergleich zum klassischen Brennschneider schneiden unsere Plasma-Geräte die Metalle je nach Dicke zwei bis achtmal schneller“, sagt der Kjellberg-Geschäftsführer. „Der Plasmastrahl wird bis zu 30 000 Grad heiß. Der bekommt selbst Wolfram klein, das mit 3422 Grad den höchsten Schmelzpunkt aller Schwermetalle hat.“

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