Franz Koppe, Kerafol
Der Heizungsingenieur in der Hochtechnologie

Mit hauchdünnen Keramikfolien für die Mikroelektronik hat Franz Koppe den Weltmarkt erobert. Anfangs wurde der Gründer von Kerafol in der Branche nicht ernstgenommen. Doch Koppe glaubte an seine Idee und beschäftigt heute rund 200 Mitarbeiter.

KÖLN. Es es so etwas wie ein kleines Wunder, dass Franz Koppe mit seinem Vorhaben nicht scheiterte. Dem Gründer der Kerafol GmbH, einem Hersteller von hauchdünnen Keramikfolien für die Mikroelektronik, für Autobauer und für die Medizin, fehlten bei der Gründung nämlich nicht nur Maschinen und geeignete Bindemittel, um Folien aus Keramik-Pulver herzustellen. Koppe hatte auch keine passende Ausbildung. Und schon gar keine Erfahrungen in der Hochtechnologie.

Trotzdem ließ sich der studierte Heiz- und Lüftungsingenieur nicht von seiner Idee abbringen: "Ich habe ohne einen genauen Businessplan zu haben oder mir ein Benchmark zu setzen einfach angefangen", sagt Koppe heute. Seinen Erfindergeist hat ein befreundeter Unternehmer geweckt: "In seiner Leiterplattenfabrik kam es bei der Kunststoffverarbeitung immer wieder zu Problemen mit zu hohen Temperaturen." Also begann Koppe kurzerhand Keramikfolien zur Wärmeableitung zu entwickeln und gründete sein eigenes Unternehmen im Heimatort Eschenbach in der Oberpfalz.

Der gebürtige Leipziger ließ sich auch nicht davon beirren, dass er sich aus Mangel an passenden Anlagen den Maschinenpark selbst konstruieren musste. Die vierjährige Bau- und Entwicklungsphase nutzte er einfach, um Kooperationspartner, Zulieferer und vor allem Kunden zu akquirieren. Danach hatte er ein weltweites Vertriebsnetz installiert. Mehr als drei Monate im Jahr verbrachte Koppe zu dieser Zeit auf Reisen: "Die Kontakte helfen dem Unternehmen bis heute, genau die Vertriebspartner zu finden, die ich brauche."

Heute zählen IT-Konzerne ebenso zu seinen Kunden wie Autohersteller, Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Ideen für neue Produkte kommen häufig von Kundenseite: "Man muss nur zuhören", sagt Firmengründer Koppe: "Dann versuchen wir, aus den gesammelten Informationen eine Lösung für ihre Probleme zu entwickeln." Zwischen 70 und 80 Prozent seiner Produkte fertigt Kerafol auf Kundenanfrage und nach spezifischen Angaben - ausschließlich in Eschenbach: "Wir wollen unsere Ideen selbst umsetzen und nicht nach China verkaufen", sagt der Chef.

Die etwa 200 Mitarbeiter des Keramikspezialisten fertigen für Autobauer Folien zur Herstellung von Sensoren und Antiblockiersystemen. Elektrotechniker und IT-Konstrukteure bekommen hauchdünne Keramikblättchen für Handys und Laptops, Hochtemperatur-Brennstoffzellen und elektronische Steuerungseinheiten.

Für das neueste Einsatzgebiet Hybridautos haben die zwölf Kerafol-Forscher die Folien weiter entwickelt: "Ein Hybrid-Motor arbeitet mit anderen Strömen als ein Verbrennungsmotor. Daher müssen die Folien mehr Wärme ableiten und eine hohe Durchschlagsfestigkeit haben", erklärt Geschäftsführer Koppe.

Seite 1:

Der Heizungsingenieur in der Hochtechnologie

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%