Freie Software ist auf der Überholspur
Mehr Freiraum bei der IT

Mit dem Einsatz Freier Software können Mittelständler ihre IT-Kosten senken und zudem die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern verringern.

Mit Freier Software auf der Erfolgsspur: Seit zwei Jahren setzt Hermann Schnaidt, EDV-Leiter der Esslinger Diehl-Spedition beim Betrieb seines IBM-Servers auf Linux. Und alles läuft wunderbar. 110 Arbeitsplätze sind als Thin-Clients ausgerüstet. Das bedeutet: Die Mitarbeiter sitzennun nicht mehr an Computern, die mit allen notwendigen Programmen ausgestattet sind. Stattdessen rufen die abgespeckten PCs beim Server diejenige Software ab, die sie gerade brauchen.

Der Belegschaft stellt der EDV-Leiter Textverarbeitung und Tabellenkalkulation aus dem Freien Bürosoftware-Paket Open Office zur Verfügung, das auf dem Linux-Server abgelegt ist. Das Mail-Programm sowie der Internet-Browser kommen vonMozilla. Es sind – wie Linux – ebenfalls Entwicklungen aus dem Bereich der Freien Software. Schnaidt hat die Lösung mithilfe vonmittelständischen IT-Dienstleistern entwickelt – und spart nun bei den IT-Ausgaben. Wie viel genau, lasse sich nicht beziffern. Bei der Umstellung wurden jedoch 70 neue PC-Arbeitsplätze ohne zusätzliche Kosten aufgestellt. Das wäre ohne Freie Software nicht möglich gewesen.Die Diehl-Spedition ist nur ein Beispiel für den wachsenden Erfolg vonFreier Software inUnternehmen. Vor allem geringere Kosten überzeugen die Anwender. Um bis zu 30 Prozent können die IT-Aufwendungen sinken, fasst die Free Software Foundation Europe (FSFE) die Ergebnisse verschiedener Studien zusammen.

Werden –wie bei der Diehl-Spedition – Thin Clients genutzt, seien sogar Einsparungen von 40 Prozent möglich. Berücksichtigt sind dabei die Kosten für Hardware und Lizenzen sowie Betreuung und Pflege des IT-Systems. Vorangetrieben wurde das Prinzip der Freien Software durch die Mitte der 80er Jahre vom Amerikaner Richard Stallman gegründete Free Software Foundation. Sie hat vier Merkmale für Freie Softwaredefiniert, umZugriff auf den Quelltext zu ermöglichen. Dies bildet die Basis dafür, dass die weltweite Community der Open-Source-Verfechter an Verbesserungen der Bausteine der Freien Software arbeiten kann. Die bekannteste, aber bei weitem nicht einzige Freie Software ist der Betriebssystem -Kern Linux.

Im Paket mit wichtigen Modulen der Anwendungs-Software sprechen die Programmierer von GNU/Linux. Mithilfe Freier Software sparen die Nutzer laut FSFE die hohen Lizenzkosten für urheberrechtlich geschützte proprietäre Systeme. Zudem liegen die Hardware-Kosten niedriger, weil in der Regel die Anforderungen an die Hardware sinken. Die Kosten für Pflege und Betreuung durch Dienstleister müssten zumindest nicht höher sein als für proprietäre Standard-Software, meint die FSFE. Gewaltiges Wachstum US-Marktforscher haben der Linux-Software zuletzt ein gewaltigesWachstum prophezeit. So hat IDC in der Untersuchung „The Linux Marketplace“ das Betriebssystem für etabliert erklärt. Die Umsätze bei Desktops, Servern und Software-Paketen werden danach von derzeit weltweit 15 Milliarden Dollar im Jahr 2008 auf 35 Milliarden steigen. Die Zahl der Server, die mit Linux als Erstoder Zweitbetriebssystem laufen, soll um jährlich 24,5 Prozent auf 9,7Millionen Geräte imJahr 2008 wachsen. IDC erwartet, dass es dann 42,6 Millionen PCs gibt, die mit dem Open-Source-Betriebssystemausgestattet sind.

Vor allem Mittelständler kurbeln das Wachstum bei Linux an, hat das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen Ami Partners ermittelt. Und zwar nicht nur bei Betriebssystemen für die Server der Firmen – dort klettern die Marktanteile schon seit ein paar Jahren. Die Anzahl von mittelständischen Unternehmen mit Linux auf den Mitarbeiter-Desktops werde von derzeit 1,6Millionen innerhalb der nächsten vier Jahre auf 2,7 Millionen steigen. Damit wird der Linux-Anteil in diesem Bereich laut Ami Partners auf acht Prozent im Jahr 2008 zulegen. Neben dem Kostenaspekt ist laut Ami die Unabhängigkeit vom Marktführer Microsoft meist ausschlaggebend für die Nutzung Freier Software. Die Unterstützung durch namhafte Anbieter – etwa Novell, IBM und Hewlett-Packard – trage bei den kleinen und mittleren Unternehmen derzeit verstärkt zur Akzeptanz von Linux bei, sagt Ami-Analyst Abihijeet Rane.

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