Freixenet
Freixenet setzt auf Roboter – und Deutschland

Seit er im Jahre 1999 auf dem imposanten, schlossartigen Freixenet-Sitz in Sant Sadurní d?Anoia die Zügel in die Hand nahm, setzt José Luis Bonet, Chef des spanischen Weinproduzenten Freixenet, den Automatisierungskurs seines Onkels fort. Motor für die Katalanen ist der Absatz in Deutschland.

MADRID. In dem behaglich modern eingerichteten Empfangszimmer des Präsidenten von Freixenet, José Luis Bonet, sind Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen präsent. Bonet selbst, ein rundlicher Mann mit einem ebenso runden Gesicht und kleinen, wachen Augen hinter der randlosen Brille, räkelt sich zwanglos auf dem Sofa gegenüber und fängt gleich munter an zu plaudern.

Doch immer wieder wird der Besucher durch vier lebensgroße Ölgemälde an der Wand abgelenkt. Der weißhaarige Mann mit Schnauzbart in Schwarzweiß ganz links fällt dabei weniger ins Auge als das Porträt einer attraktiven älteren Dame, die mit entschlossenem Blick auf die Sofarunde herunterblickt. Die feinen Falten um Augen und Mund zeugen von Leid, aber auch von viel Humor.

Dolores Sala Vivé, die Großmutter des heutigen Firmenchefs Bonet, ist eine Schlüsselfigur für die weltweit größte Sektkellerei Freixenet. Sie ist nicht nur durch ihr Porträt präsent - immer wieder nennt Bonet ihren Namen, erzählt Anekdoten von ihr, wenn er den besonderen Kitt zu erklären sucht, der die Familie und damit auch Freixenet zusammenhält und der nach Meinung von Bonet hauptsächlich für ihren Erfolg verantwortlich ist.

Freixenet ist heute der wichtigste spanische Weinproduzent und rangiert weltweit auf Platz neun. Zudem ist Freixenet Marktführer für Cava, dem spanischen Sekt, der durch Flaschengärung nach der Método Tradicional hergestellt wird. Die Gruppe produziert jährlich mehr als 200 Millionen Flaschen Cava und Wein und exportiert diese in über 150 Länder. Von wachsender Bedeutung ist der Weinbereich, zu dem namhafte Kellereien in den wichtigsten Weinbauregionen der Welt gehören.

Dolores Sala Vivé und ihr Gatte Pedro Ferrer Bosch gründeten Freixenet 1889 und benannten es nach Ferrers familiärer Finca "La Freixeneda", was so viel heißt wie "ein Ort, wo Eschen wachsen". Doch zu Beginn des spanischen Bürgerkriegs 1936 wurden Pedro Ferrer und sein ältester Sohn ermordet - "nur weil mein Großvater ein Unternehmer war und sein Sohn ein Unternehmersohn", erzählt Bonet. Eine gewisse Bitterkeit ist immer noch aus der Stimme des 77-Jährigen herauszuhören. Diese Ereignisse prägen die Familie und auch Freixenet bis heute.

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