Fremdkapital geht aus
Mittelständler kritisieren Deutsche Banken

Schlechte Noten haben die deutschen Banken und Sparkassen von mittelständischen Unternehmen erhalten.

HB BERLIN. Bei einer Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU) unter 980 Firmen erhielten die Institute nur eine knapp befriedigende Gesamtnote. „Der Verlierer ist mit weitem Abstand die Deutsche Bank“, sagte ASU-Chef Max Schön am Dienstag in Berlin. Das Institut habe sich vom Mittelstand verabschiedet und schneide in der Bewertung mit einer Note von 4,4 am schlechtesten ab. Lediglich bei großen Unternehmen mit über 500 Beschäftigten verdiente sich der Branchenprimus gute Noten. An der Spitze des von den Mittelständlern erstellten Ratings stehen die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. HypoVereinsbank, Dresdner Bank und Commerzbank rangieren im Mittelfeld.

Gefragt wurde nach der Mittelstandsorientierung, der Betreuungsqualität sowie den Konditionen in der Firmenfinanzierung. Kritisch sehen die Unternehmer vor allem die fehlende Transparenz bei Kreditentscheidungen. Auch in diesem Punkt schnitt die Deutsche Bank besonders schlecht ab. Die Firmen verzeichnen insgesamt eine nachlassende Bereitschaft zur Kreditvergabe durch die Institute. Auch bei den Sparkassen hätten es Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten zunehmend schwer, erläuterte Schön. Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sich der Zugang zu Krediten seit dem Jahr 2000 erschwert habe. Mehr als 60 % gehen davon aus, dass dieser Trend im kommenden Jahr anhalten wird. Nur drei Prozent sprachen von einer erleichterten Darlehensvergabe.

Die Banken könnten mit ihrer Krise nicht umgehen, kritisierte Schön. Dies sei der Hauptgrund für die Entwicklung. Die neuen Eigenkapitalrichtlinien nach Basel II würden als Begründung für eine veränderte Geschäftspolitik nur vorgeschoben. „Dem deutschen Mittelstand geht das Fremdkapital aus“, warnte der ASU-Präsident. Die Betriebe wollen auf die Entwicklung reagieren. 62 % planen eine Erhöhung ihres Eigenkapitals, ein Drittel Verbesserungen im Management und 37 % wollen den Banken mehr Einblick in ihre Geschäftspolitik gewähren.

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