Frisches Geld für Movinga
Umzugs-Start-up bekommt eine zweite Chance

Vor wenigen Monaten stand Movinga kurz vor dem Aus: Das Kapital war aufgebraucht, das Vertrauen der Investoren verspielt. Jetzt erhält die Umzugsplattform wieder eine Millionenfinanzierung – auch von Rocket Internet.
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BerlinDas Start-up Movinga erhält von seinen Investoren 17 Millionen Euro. Diesmal wird die Finanzierungsrunde bewusst bescheiden gefeiert, im Rahmen der Weihnachtsfeier in den Räumen der Firma. Höhepunkt ist eine Gans. Vor einem Jahr hat das Unternehmen das letzte Mal Geld bekommen, etwas mehr als 20 Millionen. Damals feierte man noch in einem Berliner Club, 15 Stockwerke über der Stadt.

Doch fünf Monate später war das Geld fast weg. Ende Mai sah es so aus, als würde Movinga das Jahr 2016 nicht überleben. Das Start-up, das die Umzugsbranche digitalisieren wollte, hatte es sich durch sein aggressives Auftreten sowohl mit den Spediteuren als auch mit den Kunden verscherzt. Es gab hohe Außenstände und jede Menge unzufriedener Mitarbeiter. Den Investoren gegenüber sollen die jungen Firmengründer die Zustände des Start-ups schöngeredet haben. Im Juni verließen sie die Firma. Auch ein Drittel der Belegschaft musste gehen.

Ihre Nachfolger, alle drei Manager mit jahrelanger Erfahrung, haben jetzt eine zweite Chance für das Unternehmen herausgehandelt. Investoren wie Rocket Internet, Earlybird und STS Ventures erhöhen ihren Einsatz noch einmal. Auch neue Investoren sind mit eingestiegen, unter anderem Jan Kemper, der Finanzchef von Zalando, der demnächst zu Pro Sieben Sat 1 wechselt.

„Das Team um Finn Hänsel, Christoph Müller-Guntrum und Jochen Cassel, hat konsequent die richtigen Lehren aus der Anfangszeit gezogen und Movinga erfolgreich in das nächste Level befördert. Mit dieser Neuaufstellung ist Movinga hervorragend im Wettbewerb positioniert“, sagt Hendrik Brandis von Earlybird. Andere Investoren wollten kein Geld mehr geben.

Die Movinga-Manager müssen nicht nur das Vertrauen der Geldgeber zurückgewinnen. Auch die Spediteure, mit denen die Umzugsplattform zusammenarbeiten will, sind skeptisch gegenüber dem Start-up. Movinga war mit Dumping-Preisen in den Markt eingetreten und hatte seine Aufträge zum Teil von ziemlich unseriösen Wettbewerbern erledigen lassen. Die Kunden waren unzufrieden, es gab viele Beschwerden, viele Stornierungen und lauter schlechte Bewertungen im Internet.

„Wir haben Fehler gemacht, es tut uns leid“, sagten Finn Hänsel und Christoph Müller-Guntrum kürzlich öffentlich auf einer Veranstaltung des Verbands der Möbelspediteure. Sie sprechen jetzt viel von Partnerschaft und Qualität, von Mindestlöhnen und Fairness. „Wir haben unsere Preise angepasst. Nur so können wir Qualität garantieren“, sagt Christoph Müller-Guntrum. In Deutschland würden sie jetzt nur noch mit rund hundert Unternehmen zusammen, statt wie zuvor mit 300.

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  • Sorry :-)

    Ich wollte sagen, dass sich manche Geschäftsmodelle als nicht sinnvoll darstellen.
    Aber des ist ja nur meine persönliche Meinung, muss sich keiner anschließen.

    Wäre ja auch als Abschreibungsmodell denkbar !

  • Ich habe einen Samurai-Truck, der zieht einen Anhänger von 3,5 Tonnen.
    Wenn ich umziehe, brauchts keine App. oder Computer, dafür brauchts paar Mukis.

    Ich hab so ein Hungerleider-Umzugs-Unternehmen hier ums Eck, der kennt paar Polen und selbst im Suff schafft der das. Mit einem Comp. steht der eher auf Kriegsfuß.Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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