Führungskräfte-Umfrage
Limited hat schlechten Ruf

Tausende Unternehmensgründer in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren für die Rechtsform der englischen Limited anstelle der GmbH entschieden. Doch eine Studie zeigt: Firmen mit dieser Rechtsform haben Akzeptanzprobleme bei Zulieferern, Partnern und Banken.

bef DÜSSELDORF. Ob Friseursalon oder Internetdienstleister – viele versprechen sich von der Wahl der Limited eine schnellere und billigere Gründung, für die im Vergleich zur GmbH auch noch weniger Eigenkapital gebraucht wird. Wer ähnliche Pläne hat, sollte beachten: Die britische Rechtsform für deutsche Unternehmen genießt nach wie vor einen schlechten Ruf, wie eine aktuelle Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater unter 217 Führungskräften aus der Branche zeigt.

Zwei Drittel der Befragten glauben, dass Firmen mit Limited-Rechtsform bei Zulieferern und Partnern misstrauisch betrachtet werden. Knapp 90 Prozent gaben an, dass Banken die seit 2003 in Deutschland erlaubte Rechtsform nicht akzeptieren. Fazit: Gründer sollten die Vor- und Nachteile der Limited intensiv prüfen. „Nicht immer stellt sich die kostengünstigste Variante als die beste heraus“, heißt es in der Studie.

Die Gründung einer Limited kann Vorteile bieten: Man braucht nur ein Eigenkapital von einem Pfund statt wie im bestehenden GmbH-Recht 25 000 Euro. Die Eintragung in Großbritannien gelingt binnen weniger Tage und kostet weniger, eine GmbH-Gründung in Deutschland dauert je nach Standort bisweilen Monate. Zudem muss der Gründer einer Limited im Regelfall nicht mit dem Privatvermögen haften, kann also diesem Risiko entgehen.

Doch dabei gibt es viele Stolpersteine, die nach Ansicht von Jörn-Axel Meyer, Vorstand des Deutschen Instituts für kleine und mittlere Unternehmen (Dikmu), oft übersehen werden. Deswegen rät auch er zur genauen Prüfung. Das Dikmu hat in einer Untersuchung ebenfalls Akzeptanzprobleme von Ltd.-Firmen bei Banken, Lieferanten und Behörden festgestellt. „Wer ein Unternehmen mit langfristigen Perspektiven schaffen will, für den ist die GmbH ein besseres Instrument“, sagt Meyer.

Experten sehen die Vorteile einer Limited ohnehin dahinschmelzen, denn die Bundesregierung will das bestehende GmbH-Recht reformieren. Dem Gesetzentwurf zufolge soll es vom Jahr 2008 an eine Art Mini-GmbH geben, die mit einem Anfangs-Stammkapital von einem Euro auskommt und bei deren Gründung es weitaus weniger Bürokratie geben soll. „Nach alledem dürfte die Limited ihre Existenzberechtigung als vermeintlich sinnvolle Alternative zur GmbH in Deutschland weitgehend verlieren“, sagt Michael Bormann, Rechtsanwalt bei Simmons & Simmons in Düsseldorf.

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