Für den Mittelstand ändert sich praktisch nichts
Basel II wird doch schon längst praktiziert

Kaum haben die Notenbankgouverneure der großen Industriestaaten nach sechsjährigen Verhandlungen die neuen Eigenkapitalregeln für Kreditinstitute – „Basel II“ – verabschiedet, wird eine heftige Diskussion über die Finanzierung des Mittelstands geführt. Die Forderung an die Politik: Die Umsetzung von Basel II in nationales Recht muss verhindert oder mindestens abgemildert werden. Besonders populär ist auch die Forderung nach einem „Basel II soft“ für den Mittelstand.

KÖLN. Die Diskussion läuft jedoch an der Realität vorbei. Denn Basel II wird längst praktiziert. Alle deutschen Banken haben interne Ratingsysteme eingeführt. Die Überprüfung der Bonität eines Kunden nach den in Basel II angedachten Kriterien ist mittlerweile Standard. Das, was kreditsuchende Unternehmen an Basel II betrifft, ist mittlerweile umgesetzt. Die Verabschiedung des Regelwerks ist daher – aus Sicht des Unternehmers – kaum mehr als Formsache.

Der Grund für die zügige Implementierung der Basel II konformen Rating-Verfahren noch vor Verabschiedung des eigentlichen Regelwerks war dabei nicht „vorauseilender Gehorsam“ der deutschen Kreditinstitute, sondern in hohem Maße betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Die Kreditinstitute haben mit der Finanzierung von Unternehmen kaum noch Geld verdient. Außerdem hatten Sie hohe Verluste im Anlagegeschäft erlitten. Es war also höchste Zeit, gegen zu steuern.

Aus Unternehmersicht ist allerdings die weitestgehende Intransparenz der bankinternen Systeme bzw. die nicht ausreichende Begründung von Kreditabsagen nach wie vor problematisch. Abgesehen von ein paar erfreulichen Ausnahmen fordern die Banken von ihren Kunden jedoch meist ein erheblich höheres Maß an Transparenz, als sie selbst bereit sind zu geben.

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