Full-Service-Anbieter
Fuhrpark aus einer Hand

Wenn Unternehmen die Verwaltung ihrer Dienstwagenflotte zentralisieren, können sie dadurch die Kosten oft stark senken - und profitieren von den zusätzlichen Leistungen der Full-Service-Anbieter. Die reichen von Beratungen bis hin zu Partnerwerkstätten.

KÖLN. Etwa 17 000 Fahrzeuge sind in ganz Europa für den IT-Konzern Hewlett-Packard unterwegs. Das Leasen neuer Fahrzeuge, die Versicherung, das Schadensmanagement und der Service liegen dabei in einer Hand. Das Unternehmen verwaltet den riesigen Fuhrpark zentral über alle europäischen Grenzen hinweg. Auch andere große Unternehmen wie IBM, Microsoft und SAP haben europaweite Rahmenverträge mit Leasing-Anbietern abgeschlossen.

Das ist nicht selbstverständlich. "Lange Zeit haben viele Unternehmen ein zentral gesteuertes Fuhrparkmanagement vernachlässigt", sagt Philipp Waldmann, der beim Flottenmanagement-Unternehmen Fleetlogistics die Fuhrparks von Großkunden europaweit optimiert. "Dabei ist der Fuhrpark nach dem Personal oft der größte Kostenblock."

In den vergangenen Monaten hat Waldmann ein Umdenken beobachtet. Durch die Finanzkrise sind viele Unternehmen unter Druck geraten und wollen am Fuhrpark sparen. "Besonders mittelständische Firmen sind zunehmend an einer zentralen Steuerung ihrer Flotte interessiert", bestätigt Mark Thielenhaus, Vorstand der Sixt Leasing, die ein Full-Service-Fuhrparkmanagement anbietet.

Eine zentrale Steuerung des Fuhrparks bietet Unternehmen mehrere Vorteile, zuallererst bei den Kosten. "Wer seinen Fuhrpark zentral steuert, stärkt beispielsweise durch die größere Abnahme von Fahrzeugen des gleichen Typs seine Verhandlungsposition bei Herstellern und Händlern und erhält zusätzliche Rabatte", erklärt Flotten-Experte Waldmann. "Die Einsparungen daraus liegen bei durchschnittlich zehn Prozent, bei jährlichen Kosten von etwa 10 000 Euro pro Fahrzeug ist das ein enormer Posten."

Legt ein Unternehmen die Fuhrpark-Verwaltung in eine Hand, kann es auch jederzeit die Kosten der Fahrzeuge von Land zu Land vergleichen. Unterscheiden sich die Betriebskosten gleicher Autotypen signifikant voneinander, kann der Flottenmanager sofort eingreifen - und wiederum sparen.

In den einzelnen Ländern erhält der Flottenmanager Unterstützung von Full-Service-Leasinganbietern, die in Europa mit Landesgesellschaften fast flächendeckend vertreten sind. "Auf der Suche nach den jeweils besten lokalen Anbietern kann es so vorkommen, dass in 20 Ländern 20 verschiedene Leasinganbieter mit dem Unternehmen kooperieren", sagt Waldmann. Denn das Know-How der örtlichen Leasingunternehmen ist von enormer Bedeutung. Zum einen unterscheiden sich Kraftfahrzeug-Steuer und Abschreibungsmodalitäten von Land zu Land. In manchen Märkten machen Luxussteuern die Wagen teurer als anderswo. Oder aber der Fahrer muss sich laut Gesetz selbst versichern.

Doch nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen gilt es zu berücksichtigen. Auch die richtige Auswahl der Marke und Fahrzeugklasse im Rahmen der Dienstwagenordnung ist ein besonders heikles Thema, weiß Waldmann. Abgesehen von den Mitarbeiterwünschen variiert auch die Außenwirkung eines Dienstwagens von Land zu Land. "Während in Deutschland viele Außendienstmitarbeiter im C-Klasse-Mercedes unterwegs sind, würde das in Italien bei den Kunden Irritationen hervorrufen", sagt Waldmann.

Doch nicht nur Leasinganbieter werden im Rahmen einer solchen Komplettlösung zu Rate gezogen. Vielerorts sind sie nur für die Finanzierung der Fahrzeuge zuständig, andere Leistungen erbringen lokale Spezialisten, zum Beispiel Reifenherstellern oder Reparaturdienstleister.

Die Betreiber von Lastwagen-Flotten können noch an einer weiteren Stelle sparen. Sind die Fahrer im Ausland unterwegs, fällt auf die Tankkosten vor Ort Mehrwertsteuer an. Diese kann der Unternehmer später vom Staat zurückfordern. Doch bei länderübergreifenden Frachtrouten wird dies zur nervenaufreibenden und vor allem kostspieligen Angelegenheit. Die Lösung sind Tankkarten, wie sie beispielsweise Aral oder DKV Euro Service anbieten. Das Unternehmen richtet bei den Anbietern ein Tankkonto ein - und die Dienstleister übernehmen die Abwicklung der Rückerstattung der Mehrwertsteuer.

Ein weiterer Service sind flächendeckende Werkstattnetze. "Durch Kooperationsverträge mit Partnerwerkstätten handeln wir besonders günstige Konditionen aus, die wir an unsere Kunden weitergeben können", sagt Sixt-Vorstand Thielenhaus. Die kooperierenden Werkstätten unterziehen sich dabei einer zusätzlichen Kostenkontrolle durch den Flottenmanager. "Speziell ausgebildete Werkstattmeister hinterfragen für die Kunden die Notwendigkeit jeder einzelnen Reparatur", erläutert Thielenhaus. Nur scheinbar notwendige und teure Reparaturen kann der Unternehmer auf diesem Weg vermeiden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%