Fusionswelle
Bankenkonsolidierung in Italien rollt an

Das Zusammengehen von Banca Intesa mit Sanaolo Imi gilt als Start für eine Fusionswelle in Italien. Zentralbankchef Mario Draghi plädiert für mehr Markt im Kreditgewerbe. Die Gebühren müssten sinken und die Fusionen steigen.

bfai MAILAND. Italiens zweitgrößte Bank, die Mailänder Banca Intesa, will mit der Turiner Sanpaolo zusammengehen. Die Fusion soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Damit entsteht eine der zehn größten Banken im Euro-Raum mit rund 6300 Bankschaltern und über 80 000 Beschäftigten. Sowohl die Regierung wie auch namhafte Wirtschaftskreise, etwa der Präsident des Unternehmerverbandes Luca Montezemolo, haben das Projekt abgesegnet. Hingegen laufen die Gewerkschaften gegen die neue Großbank Sturm, sie befürchten massive Entlassungen.

Auch die Sparkassenstiftung Turin, die zu den Großaktionären von Sanpaolo Imi zählt, zeigt sich gegenüber jedem Projekt, das Turin als Bankenstandort gefährden könnte, ablehnend. Die Wettbewerbsbehörde muss noch grünes Licht für das Projekt geben. Es ist anzunehmen, dass zahlreiche Bankfilialen in der Lombardei und in Mittelitalien, wo beide Banken stark vertreten sind, geschlossen oder verkauft werden müssen. Wie es in Mailänder Bankkreisen heißt, sei dies eine Gelegenheit für ausländische Banken, fester im Lande Fuß zu fassen. Die Deutsche Bank ist mit über 200 Filialen die größte Auslandsbank Italiens und hat erst kürzlich erklärt, hier weiter expandieren zu wollen.

Das Zusammengehen von Banca Intesa mit Sanpaolo Imi macht nicht nur eine Übernahme der neuen norditalienischen Großbank für ausländische Interessenten schwieriger. Die neue Bank will auch stärker in Europa wachsen. Banca Intesa ist derzeit gut in Osteuropa etabliert, während Sanpaolo Imi den Fokus auf den Mittelmeerraum konzentriert hat.

Nach Ansicht Mailänder Finanzkreise ist die kürzlich beschlossene Fusion zwischen den beiden norditalienischen Großbanken der Auftakt für eine breit angelegte Konsolidierungswelle. Italiens viertgrößte Bank, Banca Capitalia schaut sich ebenfalls nach einem Partner um, da sie im Alleingang kaum fortbestehen kann. Ähnlich ergeht es auch der weltweit ältesten Bank, Monte dei Paschi di Siena. Angeblich sind bereits Kontakte für ein Zusammengehen der beiden mittelitalienischen Banken geknüpft worden.

Der Expansionsprozess bei Unicredit ist ebenfalls noch nicht abgeschlossen. Wenn sich günstige Gelegenheiten bieten, will die Bank weiterhin im In- und Ausland wachsen, meinte Bankchef Alessandro Profumo bei der Unicredit-Hauptversammlung in München. Tatsache ist, dass Unicredit die Übernahme der deutschen HVB relativ rasch über die Bühne brachte. Interesse hat Unicredit an mehreren ausländischen Banken, darunter auch an der zum Verkauf stehenden österreichischen Gewerkschaftsbank Bawag gezeigt.

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