Fußball-WM 2010
Die Zeit wird knapp am Kap

Die Infrastruktur für die Fußballweltmeisterschaft 2010 zu schaffen, bedeutet für Südafrika einen Kraftakt. Riesiger Bedarf wird rund um den Know-how-Transfer zum Ausbau der Stadien sowie beim Eventmanagement entstehen. Auch deutsche Mittelständler können profitieren. Der Run auf die Projekte wird schon bald beginnen.

JOHANNESBURG. Mit Sorge sehen viele Beobachter, wie schleppend sich Südafrika auf die WM 2010 vorbereitet. Immerhin steht inzwischen fest, welche Stadien neu gebaut und welche modernisiert werden sollen. Wer den aktuellen Zustand der Arenen und die Organisation von Sportereignissen in dem Land betrachtet, realisiert, wie knapp die Zeit am Kap wird:

Die Topspiele der südafrikanischen Premier Soccer League sind mangelhaft organisiert. Dabei kommen zu den beiden großen Soweto-Derbys bis zu 80 000 Fans in die Arenen. Während eines Derbys zwischen den Kaizer Chiefs und den Orlando Pirates im Johannesburger Ellis-Park-Stadion kamen 2001 43 Fans ums Leben. An der bereits damals veralteten Sicherheitstechnik wurde seitdem nur wenig verändert. Auch fehlt es an professionellem Catering: Die Versorgung mit Getränken und Snacks hat Bauchladen-Charakter. Moderne Großküchen sowie ausgebildetes Personal werden 2010 jedoch Pflicht sein.

Noch größeren Aufholbedarf gibt es im Provinzstädtchen Nelspruit, wo ein völlig neues Stadion gebaut wird. Die jährlich ausgetragene Schulmeisterschaft mit geschätzten 5000 Besuchern stellt bisher das größte Sportereignis dar – wie eine Großveranstaltung über die Bühne gebracht wird, ist weniger bekannt. Gefragt sind Konzepte für die Gestaltung von Zufahrtswegen, für die elektronische Ausstattung der Stadien sowie für die Einrichtung von Medienzentren. Die Kommunikationssysteme müssen dringend ausgebaut werden, um die erwarteten weltweit 3,6 Milliarden Zuschauer mit Fußballbildern bedienen zu können.

Für die Behebung der Infrastrukturmängel wird die Zeit knapp, so dass letztlich der Weltfußballverband FIFA die Organisation in die Hand nehmen könnte. Der Run auf die Projekte wird spätestens 2007 einsetzen. Dann muss alles sehr schnell gehen. Gerade ausländische Unternehmen könnten zum Zuge kommen, wenn sie sich zeitig im Land positionieren. Alex Maheri, Direktor der Fußballberatungsagentur AMA Soccer Solutions, rät: „Suchen Sie sich einen lokalen Partner, der über gute Kontakte zu den Organisatoren vor Ort verfügt.“ Dann könnten auch deutsche Mittelständler von der WM 2010 profitieren.

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