Futterkosten für Züchter steigen
Abraham Schinken erwartet Preissprung bei Schweinefleisch

Schweinefleisch wird bis zu Jahresmitte um ein Drittel teurer. Davon sind Rolf und Jürgen Abraham, geschäftsführende Gesellschafter der Firmengruppe Abraham Schinken aus Seevetal bei Hamburg überzeugt.

HAMBURG. So sind die Preise für Schweinefleisch innerhalb der letzten beiden Wochen von 1,31 Euro je kg um acht Prozent auf 1,41 Euro gestiegen. Bis Jahresmitte erwarten die beiden Unternehmer einen Preis von1,75 Euro.

Die Eigentümer des mit einem Anteil von 23 Prozent marktführenden Herstellers von Rohschinken in Deutschland begründen dies mit dem drastischen Anstieg der Futterkosten für Schweinezüchter auf der einen und der gestiegenen Nachfrage nach Schweinefleisch aus Osteuropa und besonders China auf der anderen Seite.

Sorge bereitet in diesem Jahr China. Das Land verarbeitet jährlich 1 Mrd. Schweine. In diesem Jahr stehen im Land auf Grund einer Tierseuche aber nur 600 Millionen Stück zur Verfügung. Die Lücke versucht China über Importe zu decken. Daher haben die Lieferungen aus Europa bereits zugenommen.

In Deutschland ging der Verkauf von Rohschinken nach Beobachtung des für Marketing zuständigen Jürgen Abraham im letzten Jahr um 4,5 Prozent zurück und erreichte damit das Niveau des Jahres 2005. Die Abraham-Gruppe konnte sich von dieser Entwicklung vor allem dank des Exports abkoppeln und steigerte bei einer Produktion von 4,1 Millionen Schinken die Umsätze um drei Prozent auf 191 Mill. Euro. Dazu trugen die Ausfuhren mit 37 (34) Mill. Euro bei.

Abraham vertreibt in Deutschland je zur Hälfte über den Handel und über die Discounter, exportiert nach West- und Osteuropa sowie in die USA. Ertragszahlen nennt das Unternehmen traditionell nicht, um keine Begehrlichkeiten beim Handel zu wecken. Die Investitionen (2007: 4 Mill. Euro, 2008: 8 Mill. Euro) werden traditionell aus dem Cash-Flow finanziert. Die Eigenkapitalquote beträgt über 50 Prozent.

In sechs Werken in Deutschland, Belgien und Spanien beschäftigt das Familienunternehmen 650 Mitarbeiter. Als einziger Hersteller deckt Abraham alle deutschen regional geschützten Marken vom Katenschinken bis zum Schwarzwälder Schinken ab, produziert in Belgien Ardenner Schinken und importiert aus dem eigenen Werk rund 1000 Tonnen spanischen Serrano-Schinken, ein Viertel des deutschen Gesamtimports.

Abraham ist weiter auf der Suche nach Übernahmen und konzentriert sich nach den Worten von Jürgen Abraham dabei auf Italien und besonders Spanien, den weltgrößten Schinkenmarkt.

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