Gebäudeautomation
Digitale Hausmeister lassen Heizkosten sinken

Immer mehr Schulen ersetzen ihre alten mechanischen Thermostate durch moderne energetische Ventile und bringen Raumtemperaturfühler an. Die neue Technik spart Energie und erhöht gleichzeitig den Komfort. Gebäudeautomation soll bald zum Standard für Gewerbebauten werden.

KÖLN. Ein Abend im Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Der Pförtner sitzt in seiner Loge, den Blick auf den PC gerichtet. Er beobachtet, wie das System in einem der Seminarräume die Heizung absenkt, weil das Fenster offen steht,. Plötzlich ertönt ein Alarmsignal: Im digitalen Grundriss des Gebäudes sieht er, dass in Behandlungsraum 203 ein Arzt den Notknopf unter der Tischplatte gedrückt hat – weil ein Patient außer Kontrolle gerät.

Noch ist das Szenario Zukunftsmusik, doch jedes Jahr wird ein weiteres Stockwerk der 20 Jahre alten psychiatrischen Klinik saniert und technisch auf Vordermann gebracht. Die Mannheimer setzen dabei voll auf Gebäudeautomation, also die Vernetzung von Licht-, Klima- und Lüftungsanlagen, Sicherheits- und Kommunikationstechnik.

Das Ziel ist es, Energie zu sparen, außerdem die Sicherheit und den Komfort zu erhöhen. Derzeit arbeitet das Mannheimer Unternehmen Dietz Elektro-Service GmbH an der Nachrüstung des vierten Stockwerks. Kostenpunkt pro Etage: rund 450 000 Euro. Dietz nutzt als Basistechnik den European Installation Bus (EIB), der sich zunehmend durchsetzt. Per EIB können Geräte wie Sensoren, Dimmer und Steuerungsmotoren miteinander kommunizieren.

Im Gewerbebau entwickelt sich Gebäudeautomation zum Standard, bestätigt Ingo Brauns, Geschäftsführer der Brauns Control GmbH aus Hagenburg. Der Umsatz seines Unternehmens hat sich im vergangenen Jahr verdreifacht. Seine Kunden sind vor allem Schulen: „Die haben eine gewisse Vorbildfunktion was das Energiemanagement angeht.“ Vor zwei Jahren hat er die Grundschule Vögelsen überholt. Die Energiekosten sanken nach der Automatisierung von jährlich 12 000 Euro auf gut 7 000 Euro.

In allen 16 Klassenräumen der Schule hat Dietz die mechanischen Thermostate durch energetische Ventile ersetzt und Raumtemperaturfühler angebracht. Das Prinzip: Der Sensor gleicht die tatsächliche Raumwärme mit einem Sollwert ab. Ist es zu kalt, geht über ein Bussystem ein Impuls an das Heizungsventil, und die Heizung dreht auf.

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