Gebäudereiniger
Klüh poliert Führungsstruktur auf Hochglanz

Das Düsseldorfer Familienunternehmen bereitet sich auf den Generationswechsel vor: Reinigungsunternehmer Josef Klüh (67) hat sich aus der operativen Geschäftsführung der Klüh Gruppe zurückgezogen und wechselt in den Beirat des Unternehmens. Ein familienfremder Manager wird sein Nachfolger, der aber schon seit Jahren Geschäftsführer im Unternehmen ist.

DÜSSELDORF. Ein Familienunternehmer tritt kürzer: Der Düsseldorfer Reinigungsunternehmer Josef Klüh (67) hat sich aus der operativen Geschäftsführung der Klüh Gruppe zurückgezogen und wechselt in den Beirat des Unternehmens. Nachfolger wird mit Hans Joachim Driessen (62) ein familienfremder Manager, der aber bereits seit Jahren Geschäftsführer bei Klüh ist. Driessen kam vor mehr als zehn Jahren vom trudelnden Ferienflieger LTU zu Klüh. Josef Klüh übernimmt den Vorsitz des neu geschaffenen Beirats, für den er noch Hans-Joachim Körber, ehemals Chef des Metro-Konzerns sowie Andreas Schmitz, Vorstandschef der HSBC Trinkaus & Burkhardt, gewann.

"Ich ziehe mich aus dem Tagesgeschäft zurück und will den neuen persönlichen Freiraum nutzen, um die weitere strategische Entwicklung des Unternehmens zu treiben und Chancen des Wachstums durch Zukäufe zu nutzen," begründete Klüh den Wechsel. Konkrete Pläne für Übernahmen nannte er aber nicht.

Klüh hat zwei Töchter, die nicht im Unternehmen arbeiten. Doch Sohn Roger (44) ist als Geschäftsführer einer Klüh-Tochtergesellschaft dort tätig. Ein Nachfolger aus der Familie in Beirat oder Geschäftsführung steht also in den Startlöchern.

Klüh hatte das Familienunternehmen nach dem Tod seines Vaters nach dem Krieg übernommen. Nach und nach erweiterte er das Reinigungsgeschäft um den Betrieb von Großküchen, Sicherheits- und anderen Servicediensten rund um die Immobilie. Aus Klüh wurde ein integriertes Facility Service (FM) Unternehmen. Mit 38 700 Mitarbeitern und Filialen in zehn Ländern zählt Klüh zu den führenden Anbietern weltweit. 2008 erzielte Klüh einen Umsatz von 617 Mio. Euro, eine Steigerung um fast 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis bezeichnet Klüh lediglich als zufriedenstellend. Details nennt er nicht.

Ob das Wachstum in der Krise anhalten wird, dürfte indessen fraglich sein. "Natürlich geben die Kunden den Kostendruck an die Dienstleister weiter," sagt Jörg Hossenfelder von der Unternehmensberatung Lünendonk. Er rechnet damit, dass sich die Entwicklung des Marktvolumens 2009 und auch 2010 abschwächen wird. Klüh räumt dann auch ein, dass man zwar im Plan liege, aber eine Abschwächung spüre.

Im Jahr 2008 ist der Markt für Gebäudemanagement noch stark gewachsen und zwar um knapp vier Mrd. Euro auf über 56 Mrd. Euro. Die Branche profitiert von dem Trend, dass immer mehr Unternehmen ihre Gebäudedienstleistungen an fremde Unternehmen auslagern, um die Kosten zu reduzieren.

Klüh bleibt daher Optimist: Die Wirtschaftskrise lasse erstmals auch Unternehmen solcher Branchen über Outsourcing nachdenken, die damit bislang nur zögerlich umgegangen seien, wie beispielsweise die Banken. Das flaue Geschäft in Deutschland versucht Klüh auch durch neue Aufträge aus dem Ausland auszugleichen, wo Klüh zuletzt gut ein Drittel seines Umsatzes erzielte. So konnten die Düsseldorfer gerade einen Großauftrag über 12 Mio. Euro jährlich für die Reinigung von Flughäfen in Spanien an Land ziehen.

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