Gebrauchte Technik immer beliebter
Second-Hand-Maschinen laufen wie geschmiert

Die Nachfrage nach gebrauchter Umform-Technik steigt weltweit an. Second-Hand–Maschinen sind häufig robuster als neue Geräte. Außerdem sind sie billiger und sofort verfügbar. Selbst nahmhafte deutsche Konzerne kaufen aus zweiter Hand. Der einzige Haken: Das Angebot ist begrenzt.

HAMBURG. Sie haben oft mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte auf dem Buckel. Sie als alt zu bezeichnen, wäre aber falsch. Darauf legen nicht nur Händler von gebrauchten Maschinen für die Blechbearbeitung wert, sondern auch die Käufer. „Wenn man alt sagt, klingt das so abfällig“, sagt Alexander Essig, Geschäftsführer der Freiformschmiede Edelstahl-Rosswag. Essig hat in den vergangenen Jahren mehrfach Second-Hand-Maschinen gekauft. Aus Überzeugung. „Sie sind viel robuster als die neuen Maschinen. Das ist in der Massivumformung angesichts der enormen Kräfte, die dort wirken, besonders wichtig“, sagt er. In der Endbearbeitung setzt allerdings auch Essig hauptsächlich neue Maschinen ein. „Denn hier kommt es auf Genauigkeit an.“

Drei weitere Gründe sprechen laut Essig für den Kauf gebrauchter Maschinen. Erstens sind sie in der Regel sofort verfügbar. „Auf neue Maschinen müssen Interessenten zum Teil ein bis zwei Jahre warten.“ Da sich viele Unternehmen oft erst für den Kauf einer zusätzlichen Maschine entscheiden, wenn das Auftragsvolumen stark wächst, ist der Lieferzeitraum von großer Bedeutung. Zweitens sind Gebrauchte deutlich billiger.

Je nach Zustand und Steuerung wird zwischen 10 und 40 Prozent des Neupreises veranschlagt. Zugleich kostet der Unterhalt deutlich weniger, weil sie mechanisch und somit leicht zu reparieren sind. Drittens entsteht ein erheblicher Steuervorteil: „Unternehmen können gebrauchte Maschinen schneller abschreiben“, sagt Essig.

Der einzige Haken am Second-Hand-Markt: Das Angebot ist begrenzt. „Derzeit ist fast alles abverkauft, so dass manche zwangsläufig neue Maschinen kaufen“, sagt Essig. Das bestätigt auch Florian Hess, Geschäftsführer des Messeveranstalters Hess GmbH, der unter anderem die Messe für gebrauchte Maschinen und Anlagen "Resale Germany" in Karlsruhe organisiert: „Zur Zeit ist es schwierig“, sagt Hess. Die Auftragsbücher der Betriebe sind voll, und sie behalten ihre Maschinen länger. „Meist werden aber leicht Zeit versetzt zum Anspringen der Konjunktur durch verstärkte Investitionen wieder jüngere Gebrauchtmaschinen verfügbar, das kann schon sehr bald der Fall sein.“

Die Konkurrenz ist groß, denn mittlerweile haben auch Fahrzeughersteller, Zulieferer und andere Blechbearbeiter aus Indien, China, der Türkei, Griechenland, Osteuropa und dem Nahen Osten den Markt für sich entdeckt. Auf der „Resale“, die zuletzt im April in Karlsruhe stattfand, schlug beispielsweise der indische Autohersteller Tata-Motors zu.

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