Gemeinden und Hersteller unzufrieden
Computerschrott-Gesetz fährt nur langsam hoch

Seit dem 24. März verpflichtet das Elektro- und Elektronikgerätegesetz die Hersteller von Waschmaschinen, Handies und Fernsehern, Altgeräte zurückzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Das Angebot wird vielfach genutzt. Doch Gemeinden wie Hersteller kritisieren das Gesetz und seine Umsetzung.

KÖLN. Das Gesetz war gerade wenige Tage alt, da fanden Andre Pohl und seine Mitarbeiter auf einmal Röhrenradios und Fernseher der ersten Stunde in ihren Sammelcontainern. „Viele haben die Geräte aus ihren Kellern geholt und sie endlich zur Verwertung gegeben“, sagt der Geschäftsführer von Hellmann Process Management in Osnabrück. Denn seit dem 24. März dürfen Bürger ihren Elektroschrott kostenlos bei kommunalen Sammelstellen abgeben.

Seitdem verpflichtet das Elektro- und Elektronikgerätegesetz die Hersteller von Waschmaschinen, Handies und Fernsehern, ihre Geräte beim Kunden wieder abzuholen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Dazu organisieren die Kommunen Sammelstellen, die Sammelcontainer werden jedoch von externen Entsorgungsunternehmen gestellt.

Ist ein Container voll, informiert die zuständige Verwaltung die Stiftung Elektro Altgeräte Register (EAR), die die Abholung organisiert. Hier wird bestimmt, welcher Hersteller für die Entsorgung des Containers zuständig ist. Der Hersteller wiederum informiert sein Entsorgungsunternehmen, das daraufhin mit dem Entsorger in Kontakt tritt, der den Container aufgestellt hat, um zu klären, wie der Container am besten zu seinem Bestimmungsort transportiert wird.

Mittlerweile haben sich weit über 17 000 Hersteller für das komplexe Verfahren registriert, über 47 000 Container mit Elektroschrott sind in der Verwertung gelandet. Dennoch regt sich Kritik bei vielen Beteiligten. Vor allem finden Hersteller, Entsorger und Kommunen das Gesetz zu kompliziert.

„Das System läuft derzeit bei uns rund“, erklärt Andre Pohl. „Aber nur, weil wir sehr viel höhere Personalressourcen aufgebracht haben als vorgesehen war.“ Der Mittelständler ist schon seit über zehn Jahren Spezialist für die Entsorgung von Elektrogeräten und arbeitet für Kunden in aller Welt. Die Zahl der Mitarbeiter in der Elektronikverwertung ist seit dem Frühjahr von 50 auf 70 angestiegen. Das lag aber auch an der Bürokratie rund um das neue Gesetz. „Gerade die Disposition und die Auftragsbearbeitung sind mit erheblichen Mehrkosten verbunden“, klagt der Unternehmer.

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