Gemeinsames Eigenkapitalangebot – KfW unter den ersten Investoren
IKB und Sal. Oppenheim steigen mit Beteiligungsfonds im Mittelstand ein

Die beiden Institute haben den neuen Fonds bisher mit 100 Millionen Euro ausgestattet, das Zielvolumen liegt bei bis zu 300 Millionen. Ein Großteil der Private Equity-Branche setzt darauf, dass sich der Mittelstand in Deutschland für außerbörsliches Beteiligungskapital öffnet.

pk FRANKFURT/M. Die IKB Deutsche Industriebank AG und das Bankhaus Sal. Oppenheim wollen über die Fondsgesellschaft Argantis zukünftig Mehrheitsbeteiligungen im Mittelstand erwerben. Dem neuen Private Equity-Fonds seien von den beiden Sponsoren IKB und Sal. Oppenheim sowie der KfW Bankengruppe bisher insgesamt 100 Mill. € zugeflossen, das Zielvolumen liege bei höchstens 300 Mill . €, sagte Detlef Bierbaum, Partner bei Sal. Oppenheim. Das Einsammeln neuer Gelder, das so genannte Fundraising, sei in den vergangenen Jahren schwierig gewesen für die Branche, räumte Bierbaum ein. Jetzt sehe man aber einen „Silberstreif am Horizont.“ Als weitere Investoren können sich die Fondsmanager etwa Versicherungen, Dachfonds und Family Offices vorstellen, denen eine Nettorendite von gut 20 % auf das eingesetzte Eigenkapital winke.

Im Rahmen von Management Buyouts, bei denen die Geschäftsführung der übernommenen Firmen beteiligt wird, will Argantis in reife Industrien wie etwa die Logistik oder den Maschinenbau investieren. Dabei ziele man auf Mittelständler mit Umsätzen zwischen 30 Mill. bis 250 Mill. € in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Statt paneuropäischer Megafonds gewinnen geografisch fokussierte Fonds an Bedeutung“, meint Argantis-Geschäftsführer Michael Hildisch, der frühere Deutschland-Statthalter der Beteiligungsgesellschaft Carlyle.

Ein Großteil der Private Equity-Branche setzt darauf, dass sich der Mittelstand in Deutschland für außerbörsliches Beteiligungskapital öffnet. Allerdings haben sich die Hoffnungen bisher nur in geringem Umfang erfüllt. Gerade Familienunternehmen wollen zwar ihre chronisch schwache Eigenkapitalbasis stärken, gleichzeitig sind die Inhaber aber selten bereit, das Ruder aus der Hand zu geben. Allerdings glauben die Initiatoren von Argantis, dass die Zeit jetzt reif sei. Wegen der restriktiveren Kreditvergabe der Banken suchten die Unternehmer nach Alternativen. Außerdem scheuten sich viele Mittelständler, an große Konzerne zu verkaufen, argumentiert das Management von Argantis. Laut dem Institut für Mittelstandsforschung gebe es jährlich zehn bis 150 Management Buyouts, davon genügten Argantis zwei bis drei.

Volker Hichert, Partner bei der Beteiligungsgesellschaft Granville Baird, schätzt die Zahl der professionellen und aktiven Wettbewerber für die neue Gesellschaft auf ein knappes Dutzend. Das Mittelstands-Segment werde 2004 sicher zweistellig zulegen. Auch gebe es hier noch keinen Kapitalüberhang, wie er bei den Mega- Transaktionen zu beobachten sei.

Quelle: Handelsblatt

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