Gentechnisch veränderte Organismen
Grüne Gentechnik spaltet weiterhin

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) lösen zwiespältige Reaktionen aus: Während die Industrie durch unflexible Gesetze den Stillstand fürchtet, betonen Gegner die Risiken der Gen-Technik. Seit Jahren wird heftig über die möglichen Folgen der grünen Gentechnik diskutiert - Forscher und Politiker fordern neue Maßstäbe im Umgang mit GVO.

DÜSSELDORF. Amflora ist eine besondere Kartoffelsorte. Sie bildet reine Amylopektinstärke - für die Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie ein echter Segen. Und so versprechen sich führende Kartoffelstärkehersteller viel von der neuen Sorte, wollen Energie, Material und Kosten sparen. Ihr Problem: Amflora ist ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO), der noch keine Zulassung für die lukrative Vermarktung besitzt.

Aus Sicht von Kritikern der Gen-Technik soll das so bleiben. Sie sehen in jedem GVO ein unberechenbares Risiko für Mensch und Umwelt. Befürworter verweisen dagegen auf Studien, die eine ernsthafte Gefahr durch GVO ausschließen sollen.

So wird seit Jahren heftig diskutiert über die möglichen Folgen der grünen Gentechnik. Experten werfen den Gesetzgebern vor, nicht genug zu tun, um die Debatte zu versachlichen. "Die deutsche Politik hat kein Interesse daran, sich eindeutig zu positionieren", sagt Jürgen Hampel, Umweltsoziologe der Universität Stuttgart. Denn die wirtschaftlichen Interessen sind vielfältig. Einerseits bietet die Forschung lukrative Märkte. Andererseits droht die Verbreitung von GVO Landwirte zu behindern, die weiterhin herkömmlich wirtschaften wollen.

Befürworter halten die Ängste der Landwirtschaft und Bevölkerung für unberechtigt. "Keine gentechnisch veränderte Pflanze kommt in Europa auf den Markt, bevor sie von mehr als 50 Behörden auf ihre Sicherheit überprüft worden ist", sagt Jens Katzek, Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Biotechnologie-Industrie-Organisation (BIO) Deutschland.

Häufig argumentiert die Industrie auch, sie könne mit Hilfe der GVO das Welthungerproblem in den Griff bekommen. Plausibler und glaubwürdiger erscheinen jedoch Kriterien, die unmittelbar die Interessen der Wirtschaft betreffen. BASF schätzt das globale Marktpotential der grünen Biotechnologie bis ins Jahr 2025 auf 50 Mrd. US-Dollar. BIO-Lobbyist Katzek appelliert daher an die Politik, das wirtschaftliche Potential nicht durch "überbordende Gesetzgebung und Unsicherheit bei der Zulassung von Produkten" abzuwürgen.

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