Mittelstand

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Geschäfte machen in Pjöngjang: Der Weg zum Geldverdienen ist in Nordkorea weit

Nordkorea ist politisch wie wirtschaftlich ein schwieriges Pflaster. Ein deutscher Manager versuchte es trotzdem. Sein Ziel: Aufbau einer Arzneimittelfabrik in Pjöngjang, die den nordkoreanischen Markt mit dringend benötigten Medikamenten versorgt. Die ersten Hürden hatte Eckhard Hoffmann erfolgreich genommen. Doch dann kam ein unerwarteter Rückschlag.

von Detlef Rehn (bfai)

PJÖNGJANG. Im Frühjahr 2004 gab es in der PyongSu Pharma J.V. Co. in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang außer leeren Räumen nicht viel zu sehen. Die Pläne, die der damalige deutsche Manager des Gemeinschaftsunternehmens, Eckhard Hoffmann, dem westlichen Besucher erläuterte, waren allerdings ehrgeizig: Eine leistungsfähige Arneimittel-Produktionsstätte solle aufgebaut werden.

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Knapp zwei Jahre später präsentiert sich der Betrieb in einem ganz anderen Bild. Alle wesentlichen technischen Voraussetzungen für die Fertigung sind gegeben. Instrumente und Maschinen, darunter viele aus Deutschland, Japan oder Taiwan, sind installiert. Durch den Einbau von Hochleistungsfiltern sind außerdem die Bedingungen der Reinraumklasse 100 000 (höchstens 100 000 Teilchen mit einem Durchmesser von maximal 0,5 Mikrometern pro Kubikfuß Luft) erfüllt. Auch eine kontinuierliche Stromversorgung ist aufgrund eigener Generatoren gesichert. Es könnte also eigentlich losgehen.

Doch dem ist noch nicht so. Zwar hat PyongSu erstmals im September 2004 Schmerzmittel in einer Serie von einigen Tausend Päckchen für den nordkoreanischen Markt produziert und ausgeliefert und auch in der Folge immer wieder einmal kleinere Mengen Arzneimittel hergestellt. Doch eine reguläre kontinuierliche Fertigung war bisher noch nicht möglich.

Wie der jetzige Präsident von PyongSu, der Schweizer Felix Abt, erklärt, ist das größte Problem gegenwärtig, dass das Joint Venture noch kein GMP-Qualitätszertifikat (Goods Manufacturing Practice, internationaler Produktionsstandard in der pharmazeutischen Industrie) besitzt. Diese Lizenz ist aber notwendig und für PyongSu von zentraler Bedeutung, um an im Inland tätige internationale Hilfsorganisationen liefern oder perspektivisch auch für den Export produzieren zu können. Zwar habe es GMP-Inspektionen gegeben, bei denen vor allem die Produktqualität nicht in Frage gestellt worden ist; doch müssten immer noch kleinere Vorbehalte abgearbeitet werden. Abt ist aber zuversichtlich, dass seine Firma bis zum Sommer 2006 das GMP-Zertifikat erhält.

Die PyongSu-Teilhaber würde es sehr freuen. Partner des Joint Venture sind die Pyongyang Pharmaceutical Factory und die Firma Interpacific Holding. Die nordkoreanische Seite hat bei PyongSu vor allem das Grundstück sowie die Arbeitskräfte, Interpacific die Maschinen und Ausrüstungen eingebracht. Die Investitionen belaufen sich auf etwa 2 Mill. Euro.

PyongSu will zunächst Schmerzmittel (u.a. Acetylsalicylsäure und Paracetamol) und später auch dringend benötigte nicht-Penicillinhaltige Antibiotika (z.B. Ciprofloxacin, Metronidazol, Cotrimoxazol) herstellen. Penicilline sind nicht Teil des Produktionsprogramms, da ihr Bedarf in Korea (Dem. VR) schon über andere Quellen weitgehend gedeckt ist und ihre Herstellung daher nicht mehr lukrativ wäre.

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