Geschäftsklima
Schlechte Stimmung in Ungarns Wirtschaft

Alle Zeichen stehen in Ungarns Wirtschaft auf Rot: Zahlreiche Indikatoren wie etwa für gesamtwirtschaftliches Vertrauen und Geschäftsklima sind auf ein Tief gefallen. Besonderes betroffen ist die Bauwirtschaft. Und: Aus dem Ausland rollen nur noch wenige Investitionen nach Ungarn. Einzig für die Landwirtschaft gibt es Licht am Ende des Tunnels.

bfai. BUDAPEST. Der Einkaufsmanager-Index im ungarischen Verarbeitenden Gewerbe ist im Herbst 2008 auf einen historischen Tiefstand abgesackt. Am stärksten haben sich die Indikatoren für den Auftragseingang und das Einkaufsvolumen der Unternehmen zurückgebildet. Gleichfalls auf ein Tief gefallen sind die GKI-Barometer für gesamtwirtschaftliches Vertrauen und Geschäftsklima. Die Prognosen für das BIP-Wachstum liegen für 2009 nur noch bei annähernd -2%. 2010 soll es stagnieren. Eine Flaute zeichnet sich für die Auslandsinvestitionen ab.

Zum Rückgang des Einkaufsmanager-Indexes im ungarischen Verarbeitenden Gewerbe auf ein Rekordtief haben nicht nur die schlechten Ergebnisse beim Auftragseingang und beim Volumen der Einkäufe beigetragen. Auch für Produktion, Export und Beschäftigung waren die Indexwerte stark rückläufig. In Grenzen gehalten haben sie sich aber für die Importkäufe der Unternehmen.

Dass auch der gesamtwirtschaftliche Vertrauensindex des Budapester Wirtschaftsinstituts GKI im Herbst 2008 so kräftig gefallen ist, resultierte vor allem aus dem Vertrauensverlust im Produzierenden Gewerbe und im Service-Sektor: Der Geschäftsklimaindex war im Herbst 2008 so niedrig wie seit Start der Indexermittlung Anfang 1996 nicht mehr. Beigetragen hierzu haben in erster Linie sehr ungünstige Prognosen für die Entwicklung der Exportaufträge der Industrie. Im Handel waren die Absatzerwartungen stark rückläufig. Das gleiche galt für den gesamten Servicesektor. Der Einzelhandelsumsatz wird 2008 und 2009 real voraussichtlich leicht rückläufig sein.

Zu einer Krisenbranche entwickelt sich Ungarns Bausparte: Hier ist für 2008 inzwischen von einem realen Fall der Bauaktivitäten um 7% auszugehen, nachdem die Konjunkturforscher im Sommer 2008 noch eine Zunahme um 4% einkalkuliert hatten. Ein Zuwachs in dieser Größenordnung wird jetzt für 2009 erwartet. Für keine Wirtschaftssparte hat sich der Konjunkturindex des ungarischen Ecostat-Forschungsinstituts im Herbst 2008 so massiv verschlechtert, wie für die Bausparte (gefolgt vom Einzelhandel). Nur für die Landwirtschaft hat sich das Bild aufgehellt.

Die Industrieproduktion verspricht 2008 - und auch 2009 - lediglich um 1,5 bis 2% zulegen zu können, nachdem sie in den beiden Vorjahren jährlich annähernd um 10% gewachsen war. Der ebenfalls von GKI ermittelte Index für das Verbrauchervertrauen hatte sich im Sommer 2008 zunächst leicht erholen können. Im Herbst ist er dann aber wieder auf das Zwölfjahrestief zurückgefallen, das er schon einmal im Frühjahr 2008 markiert hatte. Die Privathaushalte haben ihre Pläne zur Anschaffung höherwertiger Güter zusammengestrichen, da sie sich ihre künftigen finanziellen Möglichkeiten verschlechtern sehen. Am Sparen wollen sie gemäß GKI-Umfrage aber noch festhalten.

Seite 1:

Schlechte Stimmung in Ungarns Wirtschaft

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%