Geschäftspartner
Vorsicht mit Geschenken!

Geschäftsbeziehungen sind im Vereinigten Königreich mehr als reines Business. Sie beinhalten meist eine private Komponente. Während Geschenke an Bedeutung verlieren, rückt die sogenannte Corporate Hospitality in den Vordergrund. Geschäftspartner müssen wissen, ob es eher der edle Tropfen oder doch lieber „nur“ die klassische Weihnachtskarte sein sollte.

LONDON. "Noch in den 90er-Jahren", erinnert sich ein Topmanager eines deutsch-britischen Unternehmens, "füllte sich zu Weihnachten der private Weinkeller mit edlen Tropfen von den Geschäftspartnern." Ob Silber-, Kristall- oder Lederwaren - an Geschenken herrschte kein Mangel. Inzwischen haben sich die Zeiten grundlegend geändert.

Eine ordentliche Flasche Wein, ein Kalender zum Jahreswechsel oder auch "nur" eine Weihnachtskarte sind heute eher der Normalfall, wenn es um Geschenke geht. Das liegt nicht an britischer oder schottischer Knauserigkeit. Grundsätzlich zeichnen sich die Insulaner eher durch Großzügigkeit aus, die Wirtschaft weist seit über einer Dekade ein stabiles Wachstum auf, und die Unternehmensgewinne sprudeln. Allein die Unternehmenskultur hat sich von der privaten Vorteilsnahme in Geschenkform weit entfernt.

In vielen Firmen regeln mehr oder weniger straffe Richtlinien, "policies", wie das Empfangen und Übersenden von Geschäftsgeschenken zu handhaben ist. Es sind nicht nur transatlantische Unternehmensskandale, die auf die stark amerikanisch geprägte Geschäftsauffassung eingewirkt haben. Auch der mit New Labour vor einer Dekade eingezogene Geist sowie ein neues Selbstbewusstsein und Selbstverständnis finden ihren Widerhall. Die Geschäftskultur konzentriert sich auf das Unternehmen und dessen Wohlergehen, wovon auch die eigenen Mitarbeiter profitieren. Die Idee der Bereicherung durch externe Geschenke tritt in den Hintergrund.

"Durch Geschenke erwirbt man keine Rechte", stellte bereits Friedrich Nietzsche fest. Aber im Vereinigten Königreich geht es noch darüber hinaus: Was nur den Hauch der Bestechung atmen könnte, ist verpönt. Nichts ist schlimmer, als in einer laufenden Ausschreibung mit Geschenken anzurücken, einerlei, ob man sich etwas dabei gedacht hat oder nicht.

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