Geschäftsreisen
Hohe Spesen für Mittelständler

Deutsche Unternehmen müssen in Zukunft immer mehr für Dienstreisen ausgeben. Das geht aus einer Studie des Verbands Deutsches Reisemanagment hervor. Doch bereits jetzt fallen hohe Spesen an. Doch daran sind die Unternehmer nicht ganz unschuldig.

Dubai, Singapur, Kapstadt, Warschau und demnächst Dublin: Wenn irgendwo auf der Welt ein neues Shopping Center entsteht, ein Flughafen neu gebaut oder ein Messegelände erweitert wird, gibt es für Dörte Küppers jede Menge zusätzliche Arbeit. Die junge Frau ist Assistentin der Geschäftsführung bei der Designa Verkehrsleittechnik in Kiel und kümmert sich im Nebenjob um das 400 000 Euro große Reisebudget der rund 50 Projekt- und Vertriebsmanager, Service-Techniker und Ingenieure des Unternehmens. Designa liefert seit mehr als 30 Jahren Leitsysteme, Ein- und Ausfahrtschranken sowie Parkscheinautomaten für Parkhäuser und Parkplätze in aller Welt. Rund 6000 Anlagen hat der mittelständische Spezialist bisher installiert.

Lutz Stammnitz macht im Prinzip einen ähnlichen Job – nur sind die Dimensionen und das Aufgabenfeld ungleich größer und anspruchsvoller. Stammnitz ist weltweiter Chef des Bereichs Corporate Mobility Services bei Siemens in München. Das globale Travel- und Eventmanagement des größten deutschen Industriekonzerns versteht sich als interner Dienstleister für die rund 300 000 Reisenden in 190 Ländern und hat dafür ein Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro zur Verfügung.

Der Großkonzern aus München und das mittelständische Unternehmen aus Kiel – bei allen Unterschieden haben sie eines gemeinsam: Beide sind Global Player am Standort Deutschland, beide tragen dazu bei, dass Deutschland seit Jahren Exportweltmeister ist, und in beiden Unternehmen wird darum viel gereist. „Um überall auf der Welt Geschäfte machen zu können, ist die deutsche Wirtschaft auf die Mobilität ihrer Mitarbeiter angewiesen“, sagt Michael Kirnberger, Präsident des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR), in dem sich Unternehmen zusammengeschlossen haben, die Reiseleistungen einkaufen, außerdem Airlines, Hotelketten, Autovermieter und andere Dienstleister auf Anbieterseite. Die rund 500 Mitglieder repräsentieren einen Reiseumsatz von jährlich mehr als zehn Milliarden Euro.

Knapp 158 Millionen Geschäftsreisen haben die Mitarbeiter deutscher Unternehmen im vergangenen Jahr unternommen – fünf Prozent mehr als in den zwölf Monaten davor, so das Ergebnis der Geschäftsreise-Analyse 2007 des VDR und der Unternehmensberatung BearingPoint. „Damit bleibt der Geschäftsreisemarkt ein zuverlässiger Indikator der wirtschaftlichen Lage“, heißt es in der Studie. Das Gesamtbudget für Dienstreisen ist um drei Prozent auf rund 47,4 Milliarden Euro gestiegen. Zum Vergleich: Ihren Urlaub haben sich die Deutschen im gleichen Zeitraum knapp 54 Milliarden Euro kosten lassen. Für ihre Ferien geben sie allerdings deutlich weniger pro Tag aus als auf Dienstreise – nur 66 Euro. Geschäftsreisende kommen mit Transport, Übernachtung und Verpflegungsspesen auf einen Tagessatz von 148 Euro.

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