"Gesichtswahrung" im Mittelpunkt
Eintreibung von Außenständen in Korea komplex

Die Situation ist für jedes Unternehmen ein Alptraum: Eine teure Maschine wird ins Ausland exportiert. Der Käufer zahlt die ersten Raten auch pünktlich, geht dann aber plötzlich in Konkurs. Forderungsausfälle sind auch bei Lieferungen nach Korea (Rep.) keine Seltenheit. Ihre Eintreibung kann zu einem mühsamen Unterfangen werden.

bfai SEOUL. Ist die Forderung einmal entstanden, rät die Deutsch-Koreanische Industrie- und Handelskammer Kammer zu "Fingerspitzengefühl", wenn die Geschäftsbeziehung weitergeführt werden soll. Schiedsgerichte sind immer billiger und schneller als der Weg vor ein ordentliches Gericht.

Bei einem plötzlichen Konkurs greifen die örtlichen Gläubigerbanken ofort zu und versteigern die Konkursmasse. Zwar hatte der Käufer dem deutschen Unternehmen vor der Lieferung der Maschine den Eigentumsvorbehalt bis zur endgültigen Bezahlung vertraglich zugesichert; doch nun muss der Lieferant feststellen, dass die Eintreibung der Restforderung sehr viel komplizierter ist, als ursprünglich gedacht worden war.

Wie lässt sich in Korea (Rep.) vermeiden, dass ein solcher Fall überhaupt entsteht? Der Handelskammer zufolge ist zum einen nach präventiven und repressiven Maßnahmen zu unterscheiden. Erheblich ist ferner auch, ob aus Deutschland oder unmittelbar aus Korea (Rep.) geliefert wird.

Zu den präventiven Maßnahmen gehört, Geschäfte aus Deutschland heraus immer auf der Basis von Akkreditiven abzuwickeln. Besteht die Kundenbeziehung allerdings schon über viele Jahre, oder gibt es sehr zuverlässige Informationen über den koreanischen Geschäftspartner, kann die Lieferung auch auf Rechnung erfolgen. Zur Vorsicht rät die Kammer dennoch: Nicht selten seien Fälle, in denen sich der koreanische Partner das Vertrauen des deutschen Unternehmens erschlichen hat: Die ersten Zustellungen auf Akkreditivbasis wurden ohne Probleme abgewickelt; nachdem die Lieferungen auf Rechnungsbasis umgestellt wurden, platzte das Geschäft. Ferner gilt in der Regel, dass sich das Risiko eines Zahlungsausfalls verringert, je bekannter der koreanische Kunde ist.

Bei Lieferungen an heimische Kunden aus Korea (Rep.) heraus empfiehlt die Kammer Vorkasse im Falle neuer Geschäftsbeziehungen. Üblich sind aber Rechnung oder die Einräumung von Zahlungszielen zwischen 30 und 90 Tagen. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, bietet die Kammer zum einen gegen eine Gebühr Kreditauskünfte über den Kunden an. Berücksichtigt werden hier z.B. seine frühere Zahlungsmoral, die Abhängigkeit von problematischen Lieferanten. Die Kammer arbeitet bei der Erstellung der Auskünfte mit einer halbstaatlichen Kreditauskunftei zusammen.

Eine weitere ebenfalls gebührenpflichtige Dienstleistung der Kammer ist die Erstellung eines Kundenratings im Unternehmen. Dabei wird ein Informationssystem errichtet, aus dem die "Güte" eines Kunden sofort erkennbar ist. Das Risiko möglicher Zahlungsausfälle lässt sich so bereits vor der Lieferung deutlich verringern.

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