Gesundes Arbeiten
Wippen gegen die Schmerzattacken

Von wegen faules rumsitzen: Büroalltag bedeutet Schwerstarbeit für den Körper. Der Drucker auf dem Gang, der lange Weg zum Parkplatz und das Telefon auf der Stehablage dienen also nicht der gezielten Mitarbeiterschikane, sondern vielmehr ihrer Gesundheit. Mehr Bewegung am Arbeitsplatz soll Rückenleiden bei den Angestellten vorbeugen und Kosten einsparen helfen.

AUGSBURG. "Die Bewegungslosigkeit ist das schädlichste am langen Sitzen", sagt Thomas Kluckhuhn, Vertriebsleiter der Moizi Möbel GmbH in Brakel bei Paderborn. Stundenlange Bewegungslosigkeit schädigt nämlich nicht nur Rückenmuskulatur und Wirbelsäule, sondern auch innere Organe und zahlreiche Nerven- und Muskelstränge, die durch die gebeugte Haltung nur eingeschränkt arbeiten können. Sogar Beinschmerzen werden oft auf stundenlanges Stillsitzen zurückgeführt.

Das Gegenmittel aus dem Hause Moizi: bewegtes Sitzen. Die kippbaren oder elastischen Sitzflächen der Moizi-Bewegungsstühle sollen zu häufigem Positionswechsel anregen. Gesessen wird mal vorne, mal angelehnt, mal aufrecht. Gerne auch mal lustlos und demotiviert - solange der Stuhl mitmacht: "Ein Bürostuhl muss sich dem Körper anpassen, nicht umgekehrt", sagt Vertriebsleiter Kluckhuhn.

"Bewegung ist das A und O im Alltag", bestätigt Detlef Detjen, stellvertretender Geschäftsführer des Vereins "Aktion gesunder Rücken" (AGR). Das gelte auch fürs Sitzen. Bei der AGR beschäftigen sich Ärzte, Therapeuten und Kliniken mit der Volkskrankheit Nummer eins, den Rückenschmerzen. Auch die Faustformel der Ärzte und Therapeuten heißt Bewegung: Die Hälfte der Arbeitszeit sitzen und je 25 Prozent stehen und laufen. Flexible Stühle und verstellbare Tische seien da ein guter Anfang, sagt Detjen. "Das beste Mobiliar hilft allerdings nichts, wenn man trotzdem den ganzen Tag stillsitzt", gibt der Fachmann zu bedenken.

Der Drucker auf dem Gang, der lange Weg zum Parkplatz und das Telefon auf der Stehablage dienen also nicht der gezielten Mitarbeiterschikane, sondern vielmehr ihrer Gesundheit. "Unternehmen sollten den Zusammenhang zwischen dem Etat des Einkäufers und den Arbeitsausfallkosten unbedingt bedenken", rät der stellvertretende Geschäftsführer der AGR. Auch wenn Unternehmen für einen einzigen ergonomischen Bürostuhl mindestens 500 Euro berappen müssen, gelte: Ergonomie ist unterm Strich immer billiger als der Arbeitsausfall wegen Krankheit.

Weil auch Josef Glöckl vor 20 Jahren ständig unter Rückenschmerzen litt, beschloss der damalige Freiberufler, seine Sitzgelegenheiten selbst zu entwerfen. So entstand der "Swopper", ein gepolsterter Hocker mit gefederter Säule, die nach allen Seiten beweglich ist. Wer allerdings Rückenlehne und Armstützen braucht, wird dem freien Sitz auf dem Swopper nichts abgewinnen können.

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