Gesundheitsfonds
Anspruch auf Krankengeld fällt weg

Mit dem Inkrafttreten des Gesundheitsfonds kommen auf Selbständige erhebliche Änderungen zu. Wer freiwillig gesetzlich versichert ist, und Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bezieht, bekommt kein Krankengeld. Darum sollten sich Selbstständige rechtzeitig absichern.

WERTHER. Der neue Gesundheitsfonds der Regierung ist beschlossene Sache. Auf Selbstständige, die ein Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze beziehen und freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, kommen ab Januar 2009 erhebliche Änderungen zu. Denn am 31. Dezember dieses Jahres erlischt für alle Selbstständigen bei der gesetzlichen Krankenversicherung der Anspruch auf Krankengeld. Stattdessen bieten die gesetzlichen Krankenkassen gegen eine zusätzliche Prämie Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit an.

Bisher konnten sich freiwillig versicherte Selbstständige über einen erhöhten Beitragssatz ein vorgezogenes Krankengeld vor Ablauf der siebten Krankheitswoche sichern. "Mit Inkrafttreten des Gesundheitsfonds dürfen die gesetzlichen Krankenkassen keinen erhöhten Beitragssatz mehr anbieten. Es gibt nur noch einen einheitlichen Beitragssatz - aber in zwei Tarifen, und zwar einen allgemeinen und einen ermäßigten", erklärt Harald Popken, Abteilungsleiter beim AOK-Bundesverband. Der normale Tarif gilt für Beitragszahler mit Anspruch auf Lohnfortzahlung und Krankengeld inklusive. Der ermäßigte Tarif gilt dann für alle Selbstständigen und zwar ausdrücklich ohne Krankengeldanspruch.

Viele freiwillig Versicherten ahnen nicht, dass das Krankengeld nicht mehr wie vereinbart in ihrer Beitragszahlung enthalten ist", sagt Unternehmensberater Lothar Päbst aus Gütersloh. Bei Krankheit droht vielen freiwillig Versicherten eine Finanzierungslücke - wenn sie sich nicht rechtzeitig dagegen absichern. Das Problem ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen noch keine verbindlichen Angebote machen können. Was sich bereits jetzt abzeichnet - jede Krankenkasse wird ihre Angebote anders strukturieren.

Die Kosten dafür sind aber noch nicht festgelegt - die Bedingungen für den Erwerb einer solchen Absicherung aber schon: Voraussetzung ist, dass sich der Versicherungsnehmer für drei Jahre fest an die gesetzliche Krankenkasse bindet - sprich Mitglied wird oder bleibt. Anders als bei privaten Versicherungen können freiwillige Wahlleistungen nicht bei dem Anbieter dazu gekauft werden, der die günstigsten Konditionen dafür bietet. Bei der Schwäbisch Gmünder Ersatzkasse werden selbstständig Erwerbstätige zwischenzwei Möglichkeiten - Auszahlung ab dem 15. oder dem 43. Krankheitstag - wählen können. Zu spät besonders für Kleinunternehmer, die sich meist keine Krankheitstage erlauben können.

Die privaten Versicherer sind da flexibler - die DKV zum Beispiel bietet Krankentagegeld schon ab dem vierten Krankheitstag an, die Victoria ab dem siebten. Die Höhe des Krankentagegeldes richtet sich nach dem Einkommen: "Grundlage für die Berechnung ist das Nettogehalt geteilt durch 30 Tage", erläutert Christian Heinrich, Sprecher bei der Ergo Versicherungsgruppe . Bei einem Nettoeinkommen von 5 000 Euro sollte mit dem Versicherer ein Krankentagegeld in Höhe von 166 Euro vereinbart werden", sagt Heinrich. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Kassen überprüft die private Assekuranz jedoch die Gesundheit vor Abschluss des Vertrages: Das bedeutet oft Aufschläge oder gar die Ablehnung. Selbstständigen und Freiberuflern mit Vorerkrankungen bleibt daher oft nur die Absicherung in einer gesetzlichen Kasse. Dabei kann es sein, dass sie noch mehr draufzahlen müssen: Denn bis jetzt ist strittig, ob Selbständigen weiterhin eine Beitragsfreistellung gewährt wird. Sollte dies wegfallen, verlieren die gesetzlichen Krankenkassen ihren Wettbewerbsvorteil gegenüber den privaten.

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