Gesundheitswesen
Tabletten und Technik für China

Der chinesische Gesundheitsmarkt hat großen Nachholbedarf. Für Unternehmer heißt das: zweistellige Wachstumsraten sind möglich. Das liegt unter anderem an einer alternden Bevölkerung und steigenden Einkommen. Und deutsche Lieferanten könnten davon besonders profitieren.

SHANGHAI. Der Gesundheitssektor gehört in der VR China zu den wenigen Branchen, die die Weltwirtschaftskrise unbeschadet überstehen. Die Bevölkerung wird im Durchschnitt immer älter und verdient mehr Geld. So geht der Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen in die Höhe. Außerdem hat die Regierung innerhalb weniger Jahre ein Versicherungssystem auf dem Lande etabliert, das nach Angaben des Gesundheitsministeriums im September 2008 mehr als 90 Prozent der Landbevölkerung abdeckte. Das System ist verbessersbedürftig, den Schritt bewerten Beobachter dennoch positiv.

Momentan profitiert die Infrastruktur im Gesundheitssektor vom allgemeinen Konjunkturprogramm der chinesischen Regierung und von gesundheitspolitischen Investitionsplänen in Höhe von 89 Mrd. Euro. So lagen die Gesundheitsausgaben von 1,8 Mrd. Euro im 1. Quartal 2009 nach Angaben des Statistikbüros beinahe 50 Prozent über dem Vorjahresniveau. In die Arzneimittelproduktion flossen mit 1,9 Mrd. Euro sogar 37,2 Prozent mehr Mittel.

Im Gesamtjahr 2008 erhöhten sich die Gesundheitsausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 17,1 Prozent auf rund 138 Mrd. Euro. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist dieser Wert im internationalen Vergleich niedrig. Mit einem Anteil von 4,4 Prozent liegt er weit unter dem Durchschnitt der OECD-Länder. Deutschland gab 2007 nach Angaben von Destatis 253 Mrd. Euro und 10,4 Prozent des BIP für den Gesundheitssektor aus. Deutlicher wird der Unterschied bei den Pro-Kopf-Ausgaben, die in Deutschland 3.070 Euro betrugen, während China weniger als 100 Euro pro Kopf ausgab.

Folglich hat der chinesische Gesundheitsmarkt einen großen Nachholbedarf, der den anderer Wirtschaftsbereiche übertrifft. Zweistellige Zuwachsraten dürften nach Ansicht von Beobachtern in den kommenden Jahren die Regel sein. Diese Entwicklung geht quer durch alle Sektoren und betrifft Krankenhäuser und Kliniken, Altenheime ebenso wie Service-Zentren.

Der Nachholbedarf ist in den ländlichen Gebieten besonders hoch. Während ein Stadtbewohner das Gesundheitssystem 2007 etwa 150 Euro kostete, waren es für einen Bauern gerade einmal 35 Euro. Das ländliche System der Krankenversicherung entwickelt sich rasch und treibt die Nachfrage im Gesundheitswesen spürbar nach oben. So will die Regierung auf Kreisebene 2.000 Kliniken errichten, deren Niveau den nationalen Standards entsprechen muss. Auf Gemeindeebene sollen Tausende Kliniken gebaut und 5.000 bestehende modernisiert werden.

Seite 1:

Tabletten und Technik für China

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%