Getränkebranche

Spirituosen profitieren von „Bierschwäche“

Weniger Bier, mehr Spirituosen: Marktforscher der GfK prognostizieren Verschiebungen im Getränkemarkt. Vor allem Jüngere tränken "dramatisch weniger Bier". Zulegen konnten dagegen höherpreisige Spirituosen – die trinken zunehmend auch Frauen. Wie sich die Krise auf die Getränkebranche auswirkt.
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Eine Kellnerin schenkt eine Flasche Weißbier in ein Glas ein. Quelle: ap

Eine Kellnerin schenkt eine Flasche Weißbier in ein Glas ein.

(Foto: ap)

HB NÜRNBERG. Die meist mittelständisch geprägte deutsche Getränkebranche kommt mit der Wirtschaftskrise nur bedingt gut zurecht. Wie das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK berichtet, ist zwar insgesamt erstmals der Aufstieg der Discounter im Lebensmitteleinzelhandel mit einem Minus von knapp einem Prozent auf einen Marktanteil von 44 Prozent gebremst. Insgesamt erreichte der Lebensmitteleinzelhandel bis Ende September aber nur noch einen Umsatz von knapp unter 150 Mrd. Euro (minus 1,2 Prozent).

Doch für die Spirituosenbranche sieht es besser aus. Besonders höherpreisige Spirituosen mit einem Ladenverkaufspreis von über 8,50 Euro pro Flasche konnten bis Ende September ihren Anteil am Spirituosenmarkt auf fast 22 Prozent steigern. Laut GfK-Experten Günter Birnbaum profitieren Spirituosen derzeit vor allem von der "Bierschwäche" im Handel und begeistern zunehmend auch die weibliche Kundschaft. Vor allem die jüngere Generation zwischen 18 und 39 Jahren trinke "dramatisch weniger Bier", sagt Birnbaum.

Auch die Biermischgetränke büßten zunehmend ein. Für das kommende Jahr rechnet Marktexperte Birnbaum wegen steigender Arbeitslosenzahlen mit weiterem Konsumverzicht. Auch die Krisenbetroffenheit werde zunehmen. Nur 15 Prozent der Bevölkerung denke, dass die Krise bereits hinter ihnen liege. Von den negativen Auswirkungen seien bei den Getränken in Zukunft vor allem Bier und Biermischgetränke, weniger aber Sekt, Wein und Spirituosen betroffen

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