Gewinn steigt
Lego wird wieder geliebt

Die Baubranche boomt: Zumindest im Kinderzimmer. Der dänische Spielzeug-Riese Lego profitiert von der wiederentdeckten Liebe zu seinen bunten Bauklötzchen.
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STOCKHOLM. Im ersten Halbjahr 2010 steigerte der im dänischen Billund ansässige Familienkonzern seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 68 Prozent auf 1,6 Mrd. Kronen (214,8 Mio. Euro). Auch der Umsatz zog deutlich an: Um 34 Prozent auf 5,9 Mrd. Kronen.

Lego-Chef Jørgen Vig Knudstorp sprach von einem "äußerst zufriedenstellenden Ergebnis". Besonders konnte er sich darüber freuen, dass die Nachfrage nach Lego-Produkten auf allen wichtigen Märkten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres deutlich angezogen ist. Vor allem stieg der Absatz von Lego-Produkten in Osteuropa und Nordamerika. Dort verkauften sich die klassischen Produkte wie Lego Duplo, Star Wars, Technic, Creator und City besonders gut. Doch auch die neueren Serien wie Lego Atlantis, Toy Story und Prince of Persia kamen laut Knudstorp bei den kleinen Kunden gut an.

Das war nicht immer so: Nur vor wenigen Jahren war das nicht an der Börse notierte Unternehmen in eine tiefe Krise geschlittert und musste sich von seinen Freizeitparks trennen. Auch wurde ein Großteil der Produktion von Dänemark und der Schweiz in Niedriglohnländer wie Tschechien, Ungarn und Mexiko ausgelagert. Das 1932 gegründete Lego hatte Anfang des Jahrtausends versucht, der Digitalisierung im Kinderzimmer mit diversen Computerspielen zu begegnen.

Den Kampf gegen die Spielekonsolen verlor das Unternehmen jedoch. Nach mehreren Verlustjahren revidierte Europas größter Spielwaren-Hersteller seine Ausrichtung und besann sich wieder auf das Kerngeschäft mit Bauklötzchen und den dazugehörenden Figuren. So ganz will sich der Konzern jedoch nicht aus der digitalen Welt verabschieden: Im Oktober geht der Konzern mit dem Online-Spiel Lego Universe an den Start.

Mittlerweile expandiert Lego wieder kräftig. Wegen der unerwartet hohen Nachfrage in Nordamerika wird Lego sein Werk in Mexiko deutlich vergrößern. Auch in Tschechien und am Stammsitz in Billund baut der Konzern seine Produktionskapazitäten aus. Eine Prognose für den Rest des Jahres gab Knudstorp nicht. Doch traditionell ist das zweite Halbjahr wegen des Weihnachtsgeschäfts für Lego immer das bessere Halbjahr.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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