Gex schlägt Dax: Vorbild Familienunternehmen

Gex schlägt Dax
Vorbild Familienunternehmen

Lange klang das Lob lediglich gut gemeint: Familienunternehmer führen ihr Unternehmen mit strategischen Blick auf die lange Frist und lassen sich nicht von Quartalsabschnitten jagen. Nun gibt auch die Börse diesem Führungsstil recht. Unter Finanzfachleuten, Anlegern und Analysten macht sich das Umdenken längst bemerkbar.

scc/kol/mwb FRANKFURT. Die anhaltend gute Performance von Familienunternehmen bringt Analysten und Fondsmanager zum Umdenken. Mehr als drei Viertel der weltweit 86 000 im Branchenverband CFA organisierten Finanzfachleute fordern jetzt ein Ende des durch Quartalsberichte getriebenen Kurzfristdenkens. Stattdessen sprechen sich die Analysten, Fondsmanager und Vermögensverwalter in einer aktuellen Umfrage des Verbandes für einen langfristigeren Ansatz bei der Unternehmensführung aus.

Neues Vorbild sind Aktiengesellschaften, die von Familien, Gründern oder Großinvestoren dominiert werden. „Seit 1996 haben europäische Aktien mit Familieneinfluss im Schnitt eine um acht Prozent bessere Kursentwicklung pro Jahr gezeigt als die jeweiligen Vergleichssektoren“, begründet Lars Kalbreier, Leiter der globalen Aktienanalyse bei der Schweizer Großbank Credit Suisse, den neuen Kurs.

Das belegen auch die Zahlen. Seit die Deutsche Börse den Index Gex einführte, der Unternehmen vorbehalten ist, die mindestens zu 25 Prozent in Familienbesitz sind, hat sich dieser stets besser entwickelt als der Dax. Im vergangenen Jahr lag die Rendite beispielsweise bei knapp 30 Prozent, im Dax dagegen bei 22 Prozent.

Der Mix aus Langfriststrategie, einer besseren Abstimmung von Management und Aktionärsinteressen sowie die Konzentration auf die Kernkompetenzen sind nach Ansicht von Credit Suisse der wesentliche Kurstreiber bei diesen Werten. Markante Beispiele sieht Karl Fickel, Fondsmanager bei der Frankfurter Fondsgesellschaft Lupus Alpha, in der deutschen Automobilindustrie: Während die von Großinvestoren stark dominierten Marken Porsche und BMW seit Jahren mit guter Kursentwicklung überzeugen, gab es bei Daimler-Chrysler etliche Enttäuschungen. Dort halten freie Aktionäre fast 93 Prozent der Anteile.

Auslöser für die Wende ist die Beobachtung, dass zu viele Gesellschaften inzwischen zu Getriebenen eines kurzfristigen Erfolgsdrucks geworden sind. „Das führt nicht selten zu einer Vernachlässigung grundsätzlicher Werttreiber und Unternehmensziele, zu einer Verringerung der langfristigen Wertschöpfung und zur Schädigung guter und nachhaltiger Unternehmensführung“, sagt CFA-Sprecherin Iris Uhlmann.

Seite 1:

Vorbild Familienunternehmen

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%