Globalisierung der Textilbranche
Chinesen haben gute Preise, Europäer sind besonders zuverlässig

Kleidungs-Hersteller setzen vermehrt auf einen Standort-Mix, um Produktionsrisiken in Niedriglohn-Ländern wie Indien oder China zu senken. Einzelne Betriebe verlassen sich dagegen lieber gleich auf europäische Qualitätsware – auch wenn diese ihren Preis hat.

KÖLN. Der Ärger beginnt oft schon mit der Farbe. „Wenn ein leuchtendes Rot bei der nächsten Bestellung eher nach Bordeaux aussieht, haben wir mit unseren Kunden ein echtes Problem“, sagt Franco Lambing, Geschäftsführer der Thomas Koch Berufsbekleidung aus Trier. Bei asiatischen Produktionspartnern könne so etwas schon mal passieren.

Lambings Familienbetrieb, der seit über 100 Jahren mit Berufskleidung handelt und vor kurzem auch in die Auftragsproduktion eingestiegen ist, lässt daher am liebsten in Europa fertigen: „Die Qualitätssicherung funktioniert sehr viel besser, und ich kann mir sicher sein, dass zum Beispiel keine Schwermetalle bei der Bleichung eingesetzt werden.“

Lambing ist mit seiner Heimatliebe nicht allein. Auch bei anderen Produzenten gelten Niedriglohnländer wie China nicht als Nonplusultra. Die Wahl des besten Standorts richtet sich stets nach den individuellen Wünschen. Dirk Baykal, Leiter der Materialwirtschaft beim Textilserviceunternehmen Bierbaum-Proenen, erklärt die Entscheidungsgrundlage: „Basiswaren in großen Mengen lassen sich gut und vor allem preiswert in Asien herstellen. Wenn aber spezielle Eigenschaften dazukommen, also Kleidungsstücke zum Beispiel eine Industriewäsche unbeschadet überstehen müssen, bevorzugen wir europäische Standorte.“

Die Fernost-Produktion lohne zudem nur als so genanntes Vollgeschäft – wenn dort also auch alle Bestandteile eingekauft werden. Außerdem hapere es manchmal an der Qualität: So verfärben sich bei Arbeitskleidung aus China zum Beispiel beim Waschen häufig die Knöpfe, berichtet Baykal.

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