Griechischer Mittelstand
Jeder vierte Kleinbetrieb von Pleite bedroht

Die kleinen und mittelständischen Unternehmern sind in Not. Vier von zehn Unternehmern erwarten, ihren Betrieb schließen zu müssen. 240.000 Menschen werden dieses Jahr ihren Job verlieren, schätzt ein Unternehmerverband.
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AthenKleine und mittelständische Betriebe spielen in Griechenland eine viel größere Rolle als in anderen Volkswirtschaften - und gerade sie leiden besonders unter der Krise. Vier von zehn Firmen haben 2011 rote Zahlen geschrieben. Und für dieses Jahr fürchten die Unternehmer eine weitere Verschlechterung des Geschäftsklimas, wie eine im Januar durchgeführte Umfrage des Verbandes griechischer kleiner und mittelständischer Firmen unter 1200 Mitgliedern ergab.

In Griechenland entfallen fast 70 Prozent der Bruttowertschöpfung der Unternehmen auf Betriebe mit bis zu 250 Beschäftigten. Im EU-Durchschnitt sind es weniger als 60 Prozent. 99,6 Prozent der griechischen Unternehmen haben weniger als 50 Mitarbeiter.

Im vergangenen Jahr hat sich die wirtschaftliche Lage für fast neun von zehn der kleinen Unternehmen verschlechtert. Für das erste Halbjahr 2012 erwarten fast acht von zehn Unternehmern einen weiteren Abstieg. Jeder vierte Befragte hält es für „sehr wahrscheinlich“, dass er seinen Betrieb „in nächster Zeit“ schließen muss. Besonders stark leiden die Bauwirtschaft und der Einzelhandel unter der Krise.

Der Verband der kleinen und mittleren Unternehmen rechnet für dieses Jahr mit 61.200 Geschäftsaufgaben und dem Verlust von 240.000 Jobs, 106.000 davon im ersten Halbjahr. Bereits in der zweiten Hälfte 2011 haben 20 Prozent der Firmen nach eigenen Angaben Personal abgebaut. Knapp 30 Prozent reduzierten die Löhne, 37 Prozent kürzten die Arbeitszeit. Aktuell kommen nach Angaben des Verbandes auf jede Neueinstellung sieben Entlassungen.

Jedes zweite Unternehmen hat Schwierigkeiten, Löhne und Gehälter pünktlich zu zahlen. Ein Drittel ist mit Sozialversicherungsabgaben und sonstigen Zahlungen im Rückstand. Weil die griechischen Banken Kreditlinien kürzen und neue Darlehen nur sehr zurückhaltend vergeben, kämpfen viele Firmen mit Liquiditätsproblemen. Acht von zehn Firmen erwarten, dass sich die Lage weiter verschlechtert. 70 Prozent der Unternehmer haben bereits private Ersparnisse aufgelöst, um Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Eine baldige Besserung erwarten die Unternehmer nicht - im Gegenteil: Fast 55 Prozent erwarten aktuell, dass Griechenland den Bankrott nicht mehr vermeiden kann. Im Juli 2011 waren es nur 46 Prozent.

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa

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  • Eines wird immer deutlicher, die Griechen selber sehen ihre Situation, die auf einen Staatsbankrott und eine Wiedereinführung der Drachme hinausläuft wesentlich realistischer als z.B. eine Frau Merkel samt der übergoßen Mehrzahl aller Bundestagsabgeorndeten, sie sich in ihrem gläseren Elfenbeinturm mit der Kuppel so abgeschottet haben, dass sie den "Himmel über Berlin" mit dem Himmel über der Akropolis verwechseln.

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