Große Einsparpotenziale
Outsourcing soll Krankenhäuser sanieren

Der Gesundheitssektor könnte durch Gebäudemanagement Milliarden sparen – Kliniken sind für die Branche derzeit Wachstumsträger Nummer eins.

KÖLN. Als Peter Fischer Anfang 2003 den Job als Geschäftsführer des Diakoniekrankenhauses Mannheim antrat, war klar: Er muss sparen. Die Klinik hatte zu viele Betten und war zu teuer. Fischer krempelte die Ärmel hoch und organisierte die Abläufe neu. Heute liegen von der OP-Reinigung über die Telefonzentrale bis hin zur Lagerverwaltung fast alle Dienstleistungen in den Händen einer eigens gegründeten Servicegesellschaft. „Professionell und Kosten sparend“, nennt Fischer das. So hat er die Ausgaben um fast ein Drittel gesenkt.

Quer durch die Republik suchen Krankenhausmanager nach Auswegen aus der schlechten Finanzlage. Überkapazitäten und hohe Personalkosten werden Studien zufolge dazu führen, dass in den nächsten zehn Jahren jede siebte Klinik verkauft oder geschlossen werden muss. Wie in Mannheim soll das professionelle Gebäudemanagement zum Rettungsanker werden. Nach einer aktuellen Untersuchung der Beratungsgesellschaft Interconnection Consulting Group wird der Anteil der Gesundheitsbranche am gesamten Facility Management-Markt im nächsten Jahr auf fast 13 Prozent steigen.

Der angeschlagene Gesundheitssektor ist derzeit der große Umsatztreiber für die Branche. Im vergangenen Jahr wuchs der deutsche Markt für Facility Management um fast vier Prozent auf etwa 57 Mrd. Euro. Zunehmend setzen die Unternehmen auf das Auslagern ganzer Systeme. „Krankenhäuser sind die größten Investoren aus dem öffentlichen Sektor. Sie haben verstanden, dass es billiger ist, das Gebäudemanagement an einen Komplettanbieter als an mehrere einzelne Spezialisten auszulagern“, sagt Mireille Pierrevelcin, Analystin beim Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan.

In der Vergangenheit hatten vor allem Unternehmen aus Industrie und Handel erkannt, dass sich mit Gebäudemanagement Kosten einsparen lassen. Mehr als 42 Prozent der Kunden kommen noch immer aus diesem Segment. Die Unternehmen nutzen Facility Management, um sich auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können und die Fixkosten zu senken. Weiteres Wachstumspotenzial bieten der Interconnection-Studie zufolge neben der Gesundheitsbranche vor allem Pharma-, Elektronik- und Automobilindustrie.

Der Staat hingegen unterschätzt noch immer das Potenzial der externen Gebäudemanager. „Der öffentliche Sektor bevorzugt eigene Angestellte“, so eine Forst & Sullivan-Studie Studie über den mitteleuropäischen Facility Management-Markt.

Uwe Antz, Inhaber des Anbieters Basic Facility Management, hat bei potenziellen staatlichen Stellen seine liebe Müh, überhaupt Gehör zu finden. Öffentliche Kliniken machten da keine Ausnahme: „Viele Krankenhäuser müssten eigentlich wild entschlossen zu sein, der drohenden Schließung zu entkommen“, sagt Antz. „Doch von 100 sind vielleicht fünf bereit, auch nur ein erstes Gespräch zu führen.“

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