Großprojekte geplant
Katar investiert in Erdgasbranche

Die katarische Wirtschaft wird ihren steilen Wachstumspfad auch 2006 nicht verlassen. Auf der Basis der drittgrößten Erdgasvorkommen weltweit entwickelt sich das Emirat zu einem Zentrum der Gasverflüssigung und Petrochemie und versucht sich gleichzeitig als Dienstleistungsstandort und Reiseziel zu etablieren. Bis 2015 stehen in Katar Großprojekte im Wert von insgesamt 100 Mrd. US-Dollar an.

bfai KÖLN. Hauptantrieb der Aufwärtsbewegung in Katar sind die Erdgasvorkommen von fast 26 Billionen cbm (ca. 910 trillion cb.ft.). Das North Field vor der Nordostküste Katars ist die größte bekannte Erdgaslagerstätte überhaupt.

Bis 2015 stehen in Katar Großprojekte im Wert von insgesamt rd. 100 Mrd. US-Dollar an. Im Mittelpunkt des Interesses befindet sich dabei die Entwicklung der Erdgaswirtschaft. Neben den Förderanlagen investiert das Emirat vor allem in Verflüssigungsanlagen sowie modernste Förder-, Aufbereitungs- und Transporttechnik. Außerdem wird eine eigene LNG-Tankerflotte aufgebaut.

Der Export von Flüssiggas (LNG) soll sich von circa 25 Mill. t im Jahr 2005 auf rund 78 Mill. t im Jahr 2012 erhöhen. Sowohl die Verflüssigungsanlagen als auch die zum Transport benötigten Spezialschiffe werden zu den größten der Welt gehören und so durch Mengeneffekte ein konkurrenzfähiges Angebot des Rohstoffes auf den weltweiten Gasmärkten ermöglichen. Geplant ist zusätzlich die Wertsteigerung des Gases im eigenen Lande durch Weiterverarbeitung in der petrochemischen Industrie beziehungsweise durch die Herstellung synthetischer Brennstoffe. Darüber hinaus dient das Gas in den Nachbarstaaten Bahrain oder VAE als Energieträger für die Aluminiumproduktion.

Die expandierende Industrie macht den umfangreichen Ausbau der Infrastruktur notwendig. Das Straßennetz wird an vielen Stellen verdichtet. Autobahnen wie der Doha Expressway oder das Megaprojekt einer Brücke ins benachbarte Bahrain - das seinerseits per Brücke mit Saudi-Arabien verbunden ist - verbinden alte Zentren mit neuen Stadtteilen und Siedlungen. Zur Erweiterung des knappen Wohn- und Büroraums wie auch als Ziel künftiger Touristen entstehen an der Küste und auf künstlich angelegten Inseln ganze Orte mit verschiedensten Nutzungen.

Neben den zahlreichen industriellen Großprojekten heizen auch die Arbeiten an mehreren neuen Siedlungen, Stadtteilen, Tourismus-, Büro- und Geschäftszentren die Baukonjunktur an. Hinzu kommen die notwendigen Anpassungen der Infrastruktur, insbesondere der Bau neuer Straßen, aber auch die Erweiterung der Wasserver- und -entsorgung. Zu den großen Bauvorhaben zählen "Hamad Medical City", die nach Fertigstellung drei Krankenhäuser mit insgesamt 1100 Betten umfassen soll, und das Southern Area Hospital.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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