Gründer müssen neun Stellen anlaufen
Firmengründung gleicht Hindernislauf

Die bisherige Bilanz beim angekündigten Bürokratieabbau ist für Existenzgründer ermüchternd. Ihnen werden im internationalen Vergleich zu viele bürokratische Hindernisse in den Weg gelegt. Das hat das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) festgestellt.

HB BERLIN. „Nach einer aktuellen Untersuchung der Weltbank vergehen in Deutschland 45 Tage, bis eine neue Firma ihre Tore öffnen und Mitarbeiter einstellen darf“, teilte das IW am Mittwoch mit. „Dabei sind neun verschiedene Stellen anzulaufen - angefangen vom Finanzamt über die zuständige Kammer bis hin zum Gewerbeaufsichtsamt.“ Dagegen müssten beispielsweise in Australien oder Kanada nur zwei Anträge gestellt werden, die Registrierung lasse sich über das Internet abwickeln. Nach zwei bis drei Tagen sei ein Unternehmen gegründet.

Wesentlich zügiger als in Deutschland verläuft dem IW zufolge ein Genehmigungsverfahren auch in den USA (vier Tage), den Niederlanden (elf Tage) oder Großbritannien (18 Tage). Allerdings müssten Neu-Unternehmer in Frankreich 53 Tage bis zum Abschluss des Genehmigungsverfahren warten, in Portugal 95 Tage und in Spanien sogar 115 Tage. Nach Einschätzung der IW-Forscher erschwert die deutsche Bürokratie den Unternehmern auch nach der Gründung die Arbeit.

„Insgesamt kostet die staatlich verursachte Bürokratie die Wirtschaft Jahr für Jahr schätzungsweise 46 Milliarden Euro“, erklärte das IW. Das Institut kritisierte, der von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) angestrebte Bürokratie-Abbau komme nicht schnell genug voran, die bisherige Bilanz sehe „ernüchternd“ aus.

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