Gründerwettbewerb
Ein Wochenende mit den Haudegen

Ein Team führen, Preise setzen, Vertrieb ankurbeln: Gründer stehen vor vielen Herausforderungen. Die Gewinner des Start-up-Wettbewerbs Weconomy holten sich dafür Rat – bei Top-Managern von BASF, SAP und Bosch.
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StuttgartElf Start-ups überzeugten die Jury beim elften Gründerwettbewerb Weconomy von ihrer Geschäftsidee. Vergeben wurde der Preis zum elften Mal von der „Wissensfabrik", einem bundesweiten Netzwerk der deutschen Wirtschaft mit rund 130 Mitgliedern aller Branchen und Größen. Seit einigen Jahren unterstützt auch die Münchener Gründerinitiative UnternehmerTUM den Wettbewerb.

Als Preis gab es für die Sieger ein Wochenende mit Topmanagern und Experten der deutschen Wirtschaft, darunter Bosch-Aufsichtsratschef Franz Fehrenbach, BASF-Vorstand Michael Heinz und SAP-Topmanagerin Tanja Rückert. Ebenfalls mit dabei: der neue Fischer-Chef Dirk Schallock, Würth-Einkaufs- und Exportchef Thomas Klenk und Deutschlands größter Handwerksunternehmer Carl-Heiner Schmid. Darüber hinaus werden die Start-ups über ein Jahr fachlich gecoacht. Das Handelsblatt ist seit Beginn Medienpartner.

Gastgeberin des Weconomy-Wochenendes, auf dem sich Wettbewerbsgewinner mit Topmanager trafen und praktische Ratschläge einholten, war Claudia Diem, Vorständin der Stuttgarter BW-Bank. Sie rät: „Es ist von Vorteil, wenn die Gründer schon eine Anfangsfinanzierung oder einen Risikokapitalgeber mitbringen. Dann tun sich die Banken leichter“,

Gerade der Finanzierung könnte die Politik Start-ups in der nächsten Legislaturperiode besser unter die Arme greifen. „Im Koalitionsvertrag sollten Start-ups unbedingt Verlustvorträge ermöglicht werden", fordert Franz Fehrenbach, Chef des Lenkungskreises der Wissensfabrik und Aufsichtsratsvorsitzender von Bosch. „Damit müssten sie ihre ersten Gewinne nicht gleich dem Finanzamt überweisen, sondern könnten es in ihr Wachstum stecken.“

Noch besser wäre es, wenn auch Investoren ihre Verluste geltend machen könnten, dann wäre auch deren Risikobereitschaft größer. Denn von zehn Start-ups überleben oft nur zwei.

Der jüngste Start-up-Monitor belegt den Eindruck: Für die Studie befragten der Bundesverband Deutsche Start-ups und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG fast 2 000 Start-ups. 82 Prozent von finanzierten sich danach bisher aus eigenen Mitteln. Jedes dritte Unternehmen erhielt staatliche Fördermittel oder Kapital von Familie oder Freunden – nur noch knapp 16 Prozent konnten auf Venture Capital zurückgreifen. Der Anteil ist rückläufig.

Was sich Start-ups von der neuen Bundesregierung wünschen, überrascht nicht: weniger Bürokratie, weniger Steuern, mehr Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung.

Aber die Weconomy-Gewinner holten sich bei den Managern nicht nur Finanztipps. So wie die Erfinder von „Horst“, dem günstigsten Industrieroboter der Welt. Patrick Zimmermann und Jens Riegger vom Start-up Fruitcore rätselten vorher noch, wie und zu welchem Preis sie ihren Roboter in den Markt bringen sollen.

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Spitzen-Manager schauen bei Start-ups genau hin

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