Gründerzentren geben Starthilfe
Betreutes Gründen

Rund 300 Gründerzentren gibt es in Deutschland. Die Zentren stehen oft in der Kritik, doch gerade für Technologie-Start-ups sind sie hilfreich. Hier finden die jungen Gründer fachkundige Beratung und können sich mit anderen Unternehmern austauschen.

DÜSSELDORF. Firmengründer kennen das Problem: Sie haben eine gute Idee, doch die für die Entwicklung nötige High-Tech-Ausrüstung ist teuer. So erging es Fedor Kapushko und seinen Mitstreitern, als sie vor zwei Jahren ein Unternehmen namens Klastech zur Vermarktung neuer Lasertechnologie ins Leben riefen. Schnell war ihnen klar, dass sie das nur in einem Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) schaffen würden, weil sie dort die Infrastruktur nutzen könnten.

Kapushkos Team hatte die Qual der Wahl: 300 solcher Zentren gibt es laut Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren (ADT) mittlerweile in Deutschland. Beinahe jede größere Stadt und Region leistet sich eine solche Einrichtung, die mit Fördergeldern subventioniert wird.

Doch angesichts der rückläufigen Zahl von Firmengründungen stellt sich Frage, ob die TGZ überhaupt noch gebraucht werden – und was sie Unternehmensgründern wirklich bringen. Zudem kratzen Skandale am Image: Erst vor wenigen Wochen geriet das Inkubator-Zentrum Emscher Lippe in die Schlagzeilen. Dort ansässigen Wissenschaftlern wird „bandenmäßiger Subventionsbetrug“ vorgeworfen.

Trotz allem erfreuen sich die Gründerzentren noch gewisser Beliebtheit, besonders im Hochtechnologiebereich. 853 Unternehmen wurden im vergangenen Jahr in den 163 ADT-Mitgliedszentren gegründet. Doch die Qualität und Ausrichtung der Zentren variieren stark. Während einige nur Räumlichkeiten zu günstigen Konditionen an Gründer vermieten, bieten andere einen Rundumservice inklusive technischer Infrastruktur, Netzwerken und fachspezifischer Beratung. Und darauf kommt es Gründern heutzutage an. „Die eigentliche Raumfrage ist bei weitem nicht mehr so interessant wie früher“, sagt Heinz Klandt, Professor für Entrepreneurship an der European Business School in Oestrich-Winkel.

So beginnt auch für die Mitarbeiter des Essener Zentrums Triple Z die eigentliche Arbeit erst nach der Vermietung: Sie setzen sich regelmäßig mit Gründern zur Beratung zusammen, erläutert Geschäftsführer Dirk Otto. Auch im Technologiezentrum Dortmund gibt es regelmäßige Kurse in Personalführung und Betriebswirtschaft. Denn darin haben viele Gründer Defizite. „Typische Fehler in der Vermarktung und im Vertrieb können durch eine ausgewogene Beratung deutlich gemildert werden“, sagt Peter Witt, Professor für Innovations- und Gründungsmanagement an der Universität Dortmund.

Start-ups brauchen aber auch Unterstützung, die auf ihre jeweilige Branche zugeschnitten ist. Dies hat die Entwicklung der Zentren stark geprägt. „Seit etwa fünf Jahren besteht ein klarer Trend zu fachspezifischen Zentren“, sagt ADT-Vorstand Bertram Dressel: Energietechnik und Biotechnologie sind dabei auf dem Vormarsch, IT ist nach wie vor ein Schwerpunkt.

Seite 1:

Betreutes Gründen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%