Gründungsfinanzierung
Wenn es gleich zu Anfang heftig kriselt

Großbaustelle Gründungsfinanzierung: Weil Banken Jungunternehmer in der Krise generell als Risikokunden einstufen und somit kaum Kredite vergeben, stehen Gründer oft ziemlich alleine da. Und müssen auf staatliche Förderbanken zurückgreifen. Wie junge Unternehmer ihre Firmen durch die schwierigen ersten Jahre manövrieren können.

KÖLN. Hätte Jörg Brüggink Anfang 2008 gewusst, in welch turbulenten Zeiten er mit seinem jungen Unternehmen starten würde - vielleicht hätte er die Unternehmensgründung auf ruhigere Tage verschoben. Aber da im Frühjahr vergangenen Jahres noch niemand ernsthaft mit einer Wirtschaftskrise rechnete, schien der Zeitpunkt ideal für die Gründung seines Gebäudemanagement- und Reinigungs- Unternehmens Exact GmbH im rheinländischen Langenfeld.

Gemeinsam mit einem Partner brachte Brüggink viel Know-How aus der Facility-Management Branche mit, auch Kontakte zu Kunden und Lieferanten waren bereits vorhanden, und die Start-Finanzierung stemmten die Gründer noch ohne Probleme mit ihrem Eigenkapital. Die beiden Jungunternehmer starteten optimistisch in die Selbstständigkeit. Bis die Wirtschaftskrise ihren Lauf nahm und im Herbst der Wind rauer wurde.

"Die derzeitige Wirtschaftskrise trifft zwar vor allem bestehende Betriebe, denen sicher geglaubte Aufträge plötzlich wegbrechen", sagt Gerd Rometsch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der LfA Förderbank Bayern. "Aber auch junge Unternehmen sind betroffen: Gründer haben oft nur geringe bankmäßige Sicherheiten und müssen deshalb bei Finanzierungsverhandlungen besonders mit den gestiegenen Absicherungsansprüchen der Banken kämpfen."

Auch Brüggink war nun, wenige Monate nach der Gründung, dringend auf die Unterstützung seiner Hausbank angewiesen: Plötzlich sank die Zahlungsmoral vieler Kunden dramatisch, immer größer wurden die Zahlungszeiträume, die der Jungunternehmer finanziell überbrücken musste.

Doch für Gründer gibt es keine speziellen Krisen-Programme von den staatlichen Förderinstituten. "Neugründern stehen derzeit die gleichen Mittel zur Verfügung wie vor der Krise", berichtet Michael Wandt. Der Berater begleitet als so genannter "Subventionslotse" Unternehmen bei der Auswahl geeigneter öffentlicher Förderprogramme. "Die Krisen-Programme aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung sind nur für bestehende Unternehmen gedacht, die nachweisen können, dass sie erst durch die Wirtschaftskrise Finanzierungsprobleme bekommen haben", erklärt der Fördermittelexperte.

Für Gründer und Jungunternehmer ist es in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage deshalb um so wichtiger, die bereits vor der Krise vorhandenen Fördermöglichkeiten voll auszunutzen. Dabei haben sie die Qual der Wahl, denn eine Vielzahl staatlicher Hilfsprogramme richtet sich speziell an Unternehmensgründer. Erste Adresse für Gründer ist die staatliche Förderbank KfW, aber auch regionale Förderbanken und Beteiligungsgesellschaften unterstützen die Nachwuchs-Chefs beim Start in die Selbstständigkeit mit speziellen Darlehen und Bürgschaften.

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