Gründungsfinanzierungen
Der Traum vom eigenen TV

Ein hoher Kapitalbedarf macht Gründungsfinanzierungen im TV-Bereich äußerst schwierig. Fernsehen ist eine Branche, an der sich die Investorengeister scheiden. Deshalb sind Erfahrung und ein gut durchgerechneter Geschäftsplan für eine erfolgreiche Finanzierung unablässlich.

FRANKFURT / HAMBURG. Es sind spannende Tage für die vier Herren um die 50. Wenn alles klappt, werden sie sich im Herbst ihren Traum erfüllen: Einen eigenen Fernsehsender, der Live-Konzerte überträgt. Doch damit Concert Channel auf Sendung geht, muss erst einmal die Finanzierung stimmen. Mindestens 12,5 Mill. Euro brauchen Christoph von Dellingshausen, Torsten Meyer-Vandenberg, Gerd F. Schultze und Teddy Hoersch, um den europaweit sendenden Spartenkanal zu realisieren. Lizenz- und Senderechte verschlucken einen Großteil. Seit Jahresanfang stricken die vier an einer Finanzierung. Denn die hohen Anfangskosten, die ein Fernsehsender schon zum Betriebsstart braucht, machen die Finanzierung komplex. Oftmals scheitern Betreiber schon, bevor die rote Lampe „on air“ überhaupt leuchtet.

9,5 Mill. Euro habe sich der Sender mittlerweile gesichert, sagt Hans-Werner Grunow, der mit seiner Firma Capmarcon das Finanzierungskonzept für die Vierergruppe erstellt hat und die Investorensuche koordiniert. Rund vier Millionen stammen als Eigenkapital von vermögenden Privatleuten und einem institutionellen Investor, 2,5 Mill. Euro sind Fördermittel und über knapp drei Mill. Euro ist ein Kredit zugesagt. Unter anderem für Fördergelder hat der Sender seinen Standort nach Erfurt gelegt.

Erfahrung in der Branche und ein gut durchgerechneter Geschäftsplan sind gerade bei TV-Gründungen wegen der hohen Anfangsinvestitionen wichtig. Erfolgreich verlaufen ist die Gründung von 1-2-3.tv in Unterföhring bei München. Andreas Büchelhofer startete im Frühjahr 2004 mit seinem Auktionssender – einer Art Ebay im Fernsehen. Zuvor hatte er bereits mehrere Jahre Erfahrung als Geschäftsführer des Homeshopping-Kanals H.O.T.. „Ich wusste genau, wohin die Reise gehen sollte, das war wichtig bei den Gesprächen mit potenziellen Investoren“, erinnert sich der gebürtige Wiener. Rund 20 Mill. Euro brachte die erste Finanzierungsrunde.

Mit dem umfangreichen Finanzierungsvolumen war die Gründung der 1-2-3.tv GmbH die erste größere Wagniskapital-Finanzierung eines Medienunternehmens nach dem Niedergang des Neuen Marktes in Deutschland. „Wir kamen im Frühjahr 2004 genau zur richtigen Zeit“, erinnert sich Büchelhofer. „Auf dem Medienmarkt herrschte wieder Aufbruchstimmung. Solide Projekte wurden unterstützt.“ Mittlerweile macht der Sender mit 70 Beschäftigten 67 Mill. Euro Umsatz und will in diesem Jahr die Gewinnschwelle erreichen. Doch Fernsehen ist eine Branche, an der sich die Investorengeister scheiden. Einige Kapitalgeber sagten nach den ersten Gesprächen, sie wollten eigentlich gar nicht in die Fernsehbranche sondern lieber in andere Geschäftsfelder investieren“, sagt der Geschäftsführer der Concert Channel TV GmbH, von Dellingshausen.

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