Günther Fielmann und Sohn Marc
Der Brillenkönig und sein Kronprinz

Günther Fielmann bereitet den Generationswechsel im Brillenreich vor: Sein 26-jähriger Sohn Marc wird Kronprinz und steigt in den Vorstand der Kette auf. Noch lässt der Senior die Zügel aber nicht locker.

HamburgEs sind 50 Jahre, die Vater und Sohn trennen. Ansonsten demonstrierten sie am Freitag aber Eintracht. Beide kamen in modischen, schmal geschnittenen Anzügen zur mit Spannung erwarteten Pressekonferenz in Hamburg – der Vater in dunklem Farbton, der Sohn in hellem Grau. Inhaltlich wollen sie sich nicht auseinanderdividieren lassen.

Denn Marc Fielmann, der Sohn des Firmengründers Günther Fielmann, rückt zum Jahresbeginn in den Vorstand der Augenoptiker-Kette auf. Er wird die Verantwortung für den Bereich Marketing übernehmen. Das habe der Aufsichtsrat bereits am 26. November beschlossen. Viele Journalisten hatten damit gerechnet, dass Günther Fielmann die Staffel an seinen Sohn weitergeben würde, zumal der 76-Jährige schon häufiger von seinem Rückzug in absehbarer Zeit gesprochen hatte.

Der 26-jährige Marc Fielmann hat nach seinem Studium in London und einer augenoptischen Ausbildung seit 2012 im Familienunternehmen Fielmann gearbeitet. In mehr als 50 Filialen bediente der Junior tausende von Kunden und verkaufte 1000 Brillen. Zurück in der Hamburger Verwaltung durchlief er die Abteilungen und verantwortete diverse Projekte mit Schwerpunkt im Marketing und Vertrieb. Er soll perspektivisch die Führung der Firma übernehmen, doch zunächst bleibt Günther Fielmann Vorstandsvorsitzender.

Sohn Marc betont, er habe vom Vater auch für den Umgang mit Facebook gelernt. Der Vater erinnert daran, sein Sohn habe schon als Schüler innerhalb einer halben Stunde eine Seite Latein-Vokabeln gelernt, mit 17 die Schule abgeschlossen, mit 21 das Studium. Die Botschaft: So jemand kann auch mit 26 einen Vorstandsposten ausfüllen - und perspektivisch das Unternehmen führen. „Ich habe nicht die Absicht, noch jemand anderen von außen in den Vorstand zu holen“, sagt Günther Fielmann.

Auch Marc Fielmann selbst betont seine Erfahrung: Ein ganzes Jahr sei er Woche für Woche in eine andere Filiale gewechselt, um das Geschäft vor Ort kennenzulernen, habe Brillen mit angepasst und verkauft. Auch in anderen Unternehmen hat er in den USA und Großbritannien die Branche nach dem Studium an der der renommierten Wirtschaftshochschule London School of Economics kennengelernt.

„Wenn mein Vater mir nun diese Verantwortung zutraut, so ist dies für mich Herausforderung und Verpflichtung zugleich“, sagte Marc Fielmann. Vater und Sohn demonstrierten bei dem Auftritt Einverständnis und Harmonie. „Wir haben uns eigentlich nie gestritten“, beschrieb der Senior die Jahre der gemeinsamen Arbeit im Unternehmen.

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