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Güterverkehr: Ägypten will Binnenschifffahrt ausbauen

Private Investoren sind in Ägypten bei Häfen und Frachtschiffen gefordert. Investitionen sollen Wasserwege und Schleusen auf Vordermann bringen. Der Nil hat als zentrale Lebensader Ägyptens auch heute großes Potenzial für den Güterverkehr. Probleme gibt es aber mit der grundlegenden Infrastruktur. Wo es hapert.

Traditionelle ägyptische Handelsschiffe, Feluken, segeln bei Sonneruntergang über den Nil nahe Assuan. In Zukunft sollen häufiger auch moderne Frachtschiffe auf dem Nil unterwegs sein, die Binnenschifffahrt ausgebaut werden. Quelle: Reuters
Traditionelle ägyptische Handelsschiffe, Feluken, segeln bei Sonneruntergang über den Nil nahe Assuan. In Zukunft sollen häufiger auch moderne Frachtschiffe auf dem Nil unterwegs sein, die Binnenschifffahrt ausgebaut werden. Quelle: Reuters

gtai KAIRO. Ägypten strebt eine größere Beteiligung der Binnenschifffahrt im logistischen Kreislauf an. Der Nil als zentraler inländischer Wasserweg wurde in der Vergangenheit zugunsten der Straße stark vernachlässigt. Allerdings ist seine Reaktivierung durchaus nicht problemlos.

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Die Regierung setzt auf Privatinitiative, um die notwendige Infrastruktur, allen voran die Binnenhäfen und Frachtschiffe, zu realisieren. Nachdem sich zwei Häfen in der Bietungsphase befinden, sollen 2010 weitere vier zur Ausschreibung gelangen.

Seit Jahrtausenden ist der Nil die zentrale Lebensader Ägyptens. Wasserversorgung, Landwirtschaft und Transport stützen sich seit Menschengedenken auf diesen Strom. Bis in die späten 60er Jahre war der Nil überhäuft mit Lastkähnen, die etwa 20 Prozent des damaligen inländischen Warenverkehrs abwickelten. Staatseigene Unternehmen errichteten Flusshäfen und die Binnenschifffahrt blühte.

Güterverkehr fast ausschließlich auf der Straße

In der Folge verlagerte sich dieser Transport auf das Land. Die Schiene, aber vor allem die Straße übernahm das Kommando, und der Nil geriet als Transportweg nahezu in Vergessenheit. Die Instandhaltung wurde über mehr als ein Jahrzehnt vernachlässigt,

Heute entfallen etwa 95 Prozent des Güterverkehrs auf die Straße, 4 Prozent auf die Eisenbahn und gerade 1 Prozent auf sonstige Verkehrswege, davon 0,8 Prozent auf die Binnenschifffahrt. Die zurückgelegte Distanz im Frachtschiffverkehr beläuft sich auf durchschnittlich gut 450 Kilometer.

Im Jahr 2008 wurden gerade noch 1,3 Millionen Tonnen Frachtgut auf dem Nil verschifft, 1982 waren es 4,2 Millionen Tonnen. Dies soll sich nach dem Willen der Regierung nun grundlegend ändern. Entlastung der Straße und kostengünstigere Verschiffung im modalen Wechsel zur Straße bilden die Zielrichtung.

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