Gute Marktposition
Deutsche Holzbearbeitungsmaschinen in Brasilien gefragt

Die Chancen für deutsche Maschinen in Brasilien stehen gut. Qualität und Zuverlässigkeit der Firmen sind gefragt. Allerdings schläft die Konkurrenz aus Asien nicht.

bfai SAO PAULO. Die brasilianischen Importe von Holz- und Möbelmaschinen stiegen 2005 überproportional um 31% auf insgesamt 60,4 Mill. US$ an. Deutschland war dabei das mit Abstand wichtigste Lieferland mit einem Anteil von knapp 36% an den Einfuhren, gefolgt von Italien, Finnland, den USA und Spanien. Die Importzuwächse der Maschinen "Made in Germany" lagen mit 29,7% im Branchentrend, während die Konkurrenz aus Italien Verluste von fast 6% hinnehmen musste.

Der Vorsitzende der Fachgemeinschaft Holzbearbeitungsmaschinen im brasilianischen Verband Abimaq (Associação Brasileira da Indústria de Maquinas e Equipamentos), Nelson Luiz Alves, betont das immer noch sehr positive Image deutscher Produkte. Lieferungen aus Deutschland konnten sich nach zwei schwachen Jahren 2003 und 2004, die Rückgänge von 32% und 50% mit sich brachten, 2005 wieder deutlich erholen. Die Qualität und technische Ausstattung der Ausrüstungen "Made in Germany" gilt noch immer als starkes Wettbewerbsargument.

Uli Böhmerle, integrierter CIM-Experte des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums und Branchenspezialist, sieht ebenfalls gute Chancen für deutsche Maschinen in Brasilien. Das Interesse an Technologie made in Germany sei sehr groß, zumal brasilianische Möbelhersteller ihre Produktivität weiter verbessern müssen. Vor allem für teilautomatisierte Holzmaschinen mit Upgrademöglichkeiten sieht Böhmerle gute Absatzmöglichkeiten. In Brasilien sei es bei der Anschaffung eines Investitionsguts im Gegensatz zu Deutschland nicht so wichtig, Arbeitszeit einzusparen - diese sei in Brasilien vergleichsweise billig. Im Vordergrund stehe vielmehr die Minimierung von Materialverlusten. Aber auch die Zuverlässigkeit der Anlagen und der After-Sales-Service spielen eine sehr große Rolle bei der Kaufentscheidung des brasilianischen Kunden.

Deutsche Unternehmen wie die Gruppe Weinig sind sehr gut im Markt positioniert. Nach Einschätzung von Firmenrepräsentanten hält der Hersteller von Massivholzbearbeitungsmaschinen einen Anteil von 80% bei seiner Zielgruppe. Diese setzt sich in erster Linie aus brasilianischen Firmen zusammen, die für den Export produzieren. Für Betriebe, die ausschließlich auf den lokalen Markt fokussiert sind, seien die aus Deutschland importierten High-Tech-Maschinen zu teuer - so Bruno Krick, Vertreter der Weinig-Gruppe in Brasilien.

Als Konkurrenten bei Holzbearbeitungsmaschinen in Brasilien kristallisieren sich immer mehr Maschinen aus Asien und dabei vorwiegend aus der VR China und Taiwan heraus, was sich spätestens in den Einfuhrzahlen von 2006 deutlich niederschlagen dürfte. Die Hersteller drängen mit aggressiven Verkaufsstrategien in den Markt. Die asiatischen Maschinen sind nach Einschätzung von Branchenvertretern im Schnitt fünf bis sechs Mal billiger als die Pendants aus Deutschland und kosten auch nur ein Drittel der brasilianischen Erzeugnisse. Beobachter raten deutschen Firmen daher, auch das Know-how mit zu verkaufen, wie man erfolgreich und kostengünstig produziert. Das Produkt könne nur als Teil eines Gesamtpakets verkauft werden, ansonsten stünden die Chancen auf Erfolg schlecht.

Insgesamt bekam der Sektor allerdings nach Einschätzung der Fachabteilung CSMEM für Holz- und Möbelmaschinen im Abimaq bereits 2004 erste Probleme aufgrund der stark gestiegenen Stahlpreise in Brasilien, 2005 gesellte sich die Wechselkursentwicklung mit einer nicht erwarteten Aufwertung des Real hinzu. Aus diesem Grund muss die Branche 2006 ein schweres Jahr durchstehen, die Hauptkunden aus der Holz- und Möbelwirtschaft haben ihre Investitionen vorerst hinten angestellt und warten auf einen schwächeren Real. Verbandsvertreter sprechen von einer komplizierten Situation, die Stimmung im Markt sei alles andere als euphorisch. Konkrete Zahlen zur Branchenentwicklung liegen nach Angaben des Abimaq nicht vor, die letzten verfügbaren Daten für 2004 weisen einen Umsatz des Sektors von rund 700 Mill. Real (R$; circa 245 Mill. Euro; 1 R$ = circa 0,35 Euro) aus.

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