Hall of Fame – Der Dialog
„Digitalisierung? Wir können das!“

Wie fit fühlen sich Familienunternehmen in der Digitalisierung? Beim Handelsblatt Hall of Fame – Der Dialog diskutierte der Mittelstand aus verschiedenen Perspektiven – über Chancen, Risiken und Strategien.

KölnWie viel schöpferische Zerstörung vertragen die deutschen Familienunternehmen im Angesicht von Amazon, Google, Uber und Airbnb? Und wie viel schöpferische Zerstörung geht von ihnen in Zeiten der Digitalisierung heute aus? So lauteten die zentralen Fragen bei Handelsblatt Hall of Fame – Der Dialog. Das Handelsblatt hatte, unterstützt von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG Familienunternehmen in die 27. Etage des Triangle Turms in Köln geladen – mit Blick auf die Stadt und den Dom.

Das Thema Vernetzung ist bei den Unternehmen angekommen, nicht nur weil mittlerweile fast jede Firmenspitze ins Silicon Valley gereist ist. 60 Prozent der Familienunternehmer sehen sogar eine hohe digitale Kompetenz im eigenen Haus, fast die Hälfte betrachten sich als Gestalter, immerhin knapp 30 Prozent aber fühlen sich eher getrieben.

Überraschender ist jedoch noch ein anderes Ergebnis des Family Business Monitors von KPMG und dem Verband „Die Familienunternehmer“: Nur zwölf Prozent der befragten Familienunternehmen in Deutschland erwarten, dass sich die eigene Wertschöpfungskette durch die Digitalisierung grundlegend ändern wird. Zum Vergleich: Bei einer ähnlichen Umfrage, bei der nicht nur Familienunternehmen befragt wurden, waren es mehr als 30 Prozent der Entscheider, die von einer grundlegenden Änderung ihrer Geschäftsmodelle allein bis 2020 ausgehen. Die Frage ist also berechtigt, ob die Familienunternehmen, die Herausforderungen der Digitalisierung richtig einschätzen.

In seinem Impulsvortrag mahnte der Vorsitzende des Beirats Junge digitale Wirtschaft beim Bundeswirtschaftsministerium, Tobias Kollmann, die Familienunternehmer daher auch zur Eile. Der Professor für E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen skizzierte dem Auditorium den Wandel, der durch die Amazons, Airbnbs und Ubers ausgelöst werde und sagte mit Blick auf die Studienergebnisse: „Die Erwartung, dass sich das eigene Geschäft nicht ändert, wäre fatal.“

Er verwies auf die zunehmende Bedeutung der „Nullen und Einsen“ in der digitalen Wirtschaft und zeigte zwei Deutschlandkarten. Auf der einen das Land mit seinen vielen Weltmarktführern, von denen viele in Familienhand liegen, auf der anderen Leere. Bisher gebe es in Deutschland keinen einzigen digitalen Weltmarktführer. Sein Hauptkritikpunkt: Die Reaktion der Unternehmen auf die Disruption, dauere einfach zu lang. Zwei Jahre bräuchte es, bis ein Unternehmen auf Veränderungen in der eigenen Branche reagiere. „Wir sind zur digitalen Beute geworden“, konstatiert Kollmann.

Für Christian Rast, Vorstand mit dem Geschäftsbereich Solutions bei KPMG, liegt die langsame Reaktionszeit allerdings an der Denkweise der Unternehmen: „Familienunternehmen haben eine andere Perspektive und warten erst einmal ab, setzen ihre Strategien dafür aber konsequenter um.“

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„Riesenberg von Fragen“

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