Hall of Fame – Der Dialog

„Digitalisierung? Wir können das!“

Wie fit fühlen sich Familienunternehmen in der Digitalisierung? Beim Handelsblatt Hall of Fame – Der Dialog diskutierte der Mittelstand aus verschiedenen Perspektiven – über Chancen, Risiken und Strategien.
  • Alexander Dziedeck
Die Diskussionsrunde (v.l.): Moderatorin Anja Müller, Handelsblatt, Christian Rast (KPMG), Daniel Terberger (Katag AG), Dr. Klaus-Dieter Rosenbach (Jungheinrich AG), Prof. Dr. Tobias Kollmann (Beirat Junge Digitale Wirtschaft).
Handelsblatt Hall of Fame – Der Dialog

Die Diskussionsrunde (v.l.): Moderatorin Anja Müller, Handelsblatt, Christian Rast (KPMG), Daniel Terberger (Katag AG), Dr. Klaus-Dieter Rosenbach (Jungheinrich AG), Prof. Dr. Tobias Kollmann (Beirat Junge Digitale Wirtschaft).

KölnWie viel schöpferische Zerstörung vertragen die deutschen Familienunternehmen im Angesicht von Amazon, Google, Uber und Airbnb? Und wie viel schöpferische Zerstörung geht von ihnen in Zeiten der Digitalisierung heute aus? So lauteten die zentralen Fragen bei Handelsblatt Hall of Fame – Der Dialog. Das Handelsblatt hatte, unterstützt von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG Familienunternehmen in die 27. Etage des Triangle Turms in Köln geladen – mit Blick auf die Stadt und den Dom.

Das Thema Vernetzung ist bei den Unternehmen angekommen, nicht nur weil mittlerweile fast jede Firmenspitze ins Silicon Valley gereist ist. 60 Prozent der Familienunternehmer sehen sogar eine hohe digitale Kompetenz im eigenen Haus, fast die Hälfte betrachten sich als Gestalter, immerhin knapp 30 Prozent aber fühlen sich eher getrieben.

Überraschender ist jedoch noch ein anderes Ergebnis des Family Business Monitors von KPMG und dem Verband „Die Familienunternehmer“: Nur zwölf Prozent der befragten Familienunternehmen in Deutschland erwarten, dass sich die eigene Wertschöpfungskette durch die Digitalisierung grundlegend ändern wird. Zum Vergleich: Bei einer ähnlichen Umfrage, bei der nicht nur Familienunternehmen befragt wurden, waren es mehr als 30 Prozent der Entscheider, die von einer grundlegenden Änderung ihrer Geschäftsmodelle allein bis 2020 ausgehen. Die Frage ist also berechtigt, ob die Familienunternehmen, die Herausforderungen der Digitalisierung richtig einschätzen.

Chancen und Risiken der Digitalisierung
Hall of Fame - Der Dialog
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Beim Handelsblatt Hallo of Fame – Der Dialog diskutierten Familienunternehmer und Experten über die Digitalisierung in Familienunternehmen.

Köln bei Nacht
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Der Ort der Veranstaltung: In der 27. Etage des Triangle-Turms an der Kölner Messe in Deutz trafen sich Experten und Familienunternehmer mit Blick auf den Kölner Dom und die Hohenzollernbrücke.

Prof. Dr. Tobias Kollmann
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Tobias Kollmann, Professor für BWL und Wirtschaftsinformatik an der Universität Duisburg-Essen, referierte über die zunehmende Bedeutung der „Nullen und Einsen" in der digitalen Wirtschaft. Für ihn stellt sich die Frage: „Wie können wir damit Geld verdienen?“ Denn: Deutschland hat zurzeit keinen einzigen digitalen Weltmarktführer.

Die Diskussionsrunde
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v.l.n.r. Anja Müller, Handelsblatt-Teamleiterin für Familienunternehmen, Mittelstand und Startu-ps, moderierte den Abend. Christian Rast, Vorstand für den Geschäftsbereich Solutions bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG, Daniel Terberger, Vorstandsvorsitzender der Katag AG in Bielefeld, Klaus-Dieter Rosenbach, Vorstand Logistiksysteme der Jungheinrich AG und Tobias Kollmann, Professor für E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg/Essen und Vorsitzender des Beirats Junge digitale Wirtschaft debattierten über mögliche Digitalisierungsstrategien für deutsche Familienunternehmen.

Der Family Business Monitor
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Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und der Verband „Die Familienunternehmer" veröffentlichten am Dienstag den „Family Business Monitor“. Das Ergebnis: Nur zwölf Prozent der befragten Familienunternehmen erwarten, dass sich die eigene Wertschöpfungskette durch die Digitalisierung grundlegend ändern wird.

Der Dialog
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Die ersten Gäste warten schon gespannt auf den Beginn der Hall of Fame-Veranstaltung zum Thema „Was bedeutet die digitale Transformation für Familienunternehmen - wo liegen die Chancen und Risiken?“

Die Gäste
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Zahlreiche Gäste folgten der Diskussion. Der Großteil kommt selbst aus Familienunternehmen und interessiert sich für mögliche Ansätze, um das eigene Unternehmen digital fit zu machen.

In seinem Impulsvortrag mahnte der Vorsitzende des Beirats Junge digitale Wirtschaft beim Bundeswirtschaftsministerium, Tobias Kollmann, die Familienunternehmer daher auch zur Eile. Der Professor für E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen skizzierte dem Auditorium den Wandel, der durch die Amazons, Airbnbs und Ubers ausgelöst werde und sagte mit Blick auf die Studienergebnisse: „Die Erwartung, dass sich das eigene Geschäft nicht ändert, wäre fatal.“

Er verwies auf die zunehmende Bedeutung der „Nullen und Einsen“ in der digitalen Wirtschaft und zeigte zwei Deutschlandkarten. Auf der einen das Land mit seinen vielen Weltmarktführern, von denen viele in Familienhand liegen, auf der anderen Leere. Bisher gebe es in Deutschland keinen einzigen digitalen Weltmarktführer. Sein Hauptkritikpunkt: Die Reaktion der Unternehmen auf die Disruption, dauere einfach zu lang. Zwei Jahre bräuchte es, bis ein Unternehmen auf Veränderungen in der eigenen Branche reagiere. „Wir sind zur digitalen Beute geworden“, konstatiert Kollmann.

Für Christian Rast, Vorstand mit dem Geschäftsbereich Solutions bei KPMG, liegt die langsame Reaktionszeit allerdings an der Denkweise der Unternehmen: „Familienunternehmen haben eine andere Perspektive und warten erst einmal ab, setzen ihre Strategien dafür aber konsequenter um.“

„Riesenberg von Fragen“
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