Hamsterkäufe
„Glühbirnen haben unser Geschäft gerettet“

Seit mehr als vier Jahrzehnten verkaufen Peter Strebe und Roland Geisler in ihrem kleinen Laden in Düsseldorf Glühlampen. Seit einigen Wochen herrscht Hochbetrieb. Die Kunden fürchten das Aus – und horten die Birnen.
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DüsseldorfHerr Strebe, die alten Glühbirnen verschwinden nun endgültig vom Markt. Die letzte Stufe des Glühlampenverbotes ist in Kraft getreten. 25- und 40- Watt-Birnen dürfen nicht mehr verkauft werden. Wird Ihnen da nicht wehmütig zumute?
Peter Strebe: Ich werde jetzt nicht nostalgisch. Ich möchte mich nicht gegen die neuen Glühlampen verschließen. Ich habe zu Hause auch Energiesparlampen – allerdings nur dort, wo sie gut aussehen, zum Beispiel bei Standleuchten. Ein bisschen werde ich die alten Glühbirnen vermissen, klar. Aber noch sind sie ja da. Wir dürfen ja noch die Restbestände verkaufen.

Welche Rolle haben die Glühbirnen in Ihrem Geschäft gespielt?
Peter Strebe: Sie haben unser Geschäft gerettet. Etwa seit den 1980er Jahren ging der Umsatz mit den Fernsehern und Radiogeräten zurück, ebenso die Reparaturaufträge. Seitdem haben wir uns auf Glühlampen spezialisiert. Wie viele Sorten wir führen, kann ich gar nicht mehr zählen.

Haben Sie eine Lieblingsglühlampe?
Nein, die habe ich nicht.

Und was bedeutet die Glühbirne für Sie, Herr Geisler?
Roland Geisler: Nicht viel. Ich mache da keinen solchen Hype darum wie andere. Bei mir zu Hause habe ich alles längst auf LED-Leuchten und Energiesparlampen umgestellt. Vor drei Jahren schon. Ich habe LED-Strahler, LED-Kerzen, LED-Kugeln…an der Glühlampe hänge ich nicht.

Glauben Sie, dass auch Ihre Kunden so gut ohne die Birnen auskommen werden wie Sie?
Roland Geisler: Schwer zu sagen. Die Kunden decken sich gerade eher mit den Lampen ein. Wir profitieren natürlich davon. In den letzten zwei Wochen haben wir den Umsatz von einem Monat gemacht.

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  • Muß mann da wirklich die Freiheit einschränken, auch wenn jemand für seinen Verbrauch (Glühbirne + Strom) bezahlt? Das ist der springende Punkt: Wir sind eben nicht einfache "Verbraucher" die den ganzen Tag nichts anderes tun als Werte zu vernichten. Sondern wir sind alle (ausgenommen reine Sozialhilfeempfäner) auch Produzenten, und wir produzieren an anderer Stelle neue Werte die den Verbrauch ausgleichen. So funktioniert der freie Markt, und dieser ist praktisch unbegrenzt nachhaltig. Wenn also jemand seine Stromrechnung mit sauer verdientem Geld bezahlt, dann darf er soviel Energie verbrauchen/verschwenden wie er will, es muß in keinster weise eingeschränkt werden. Der freie Markt wird auch für die nächsten Generationen noch da sein und wird deren Wohlstand ermöglichen.

  • LED-Lampen dürfen durch ihre sehr hohe Effizienz Energiesparlampen genannt werden. Und sie sind vollständig frei von Quecksilber.
    Das wird leider von vielen nicht wahrgenommen.

  • Die Freage ist was besser ist. HÖherer Enegieverbrauch oder Sparlampen mit enormer Schwermetallbelastung (Quecksilber). Pest oder Cholera

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