Handelsblatt-Special: Banken im Umbruch
Ideen für den verunsicherten Mittelstand

Investmentbanken aus den USA und aus England gelten als besonders modern. Seit jedoch die amerikanische Hypothekenkrise Schockwellen um den Finanzglobus schickt, müssen die Investmentbanker sich einiges einfallen lassen, um deutsche Mittelständler von ihren Vorzügen zu überzeugen.

DÜSSELDORF. Denn vielerorts sind Stimmen wie die des Creditreform-Chefs Uwe von Padberg zu hören, neue Risikobewertungen könnten zu Kreditverweigerungen führen. Banken nehmen sogar Strafzahlungen in Kauf, um Finanzierungszusagen nicht einhalten zu müssen. Sie fürchten auf Forderungen ihrer Kunden sitzen zu bleiben, die sie eigentlich in Form von Wertpapieren an Anleger weiterverkaufen wollten; als sogenannte Asset Backed Securities.

Anleger schrecken momentan vor solchen Papieren der Investmentbanken zurück. Die amerikanische Hypothekenkrise hat ihnen gezeigt, dass diese Papiere vielfach nicht die Bonität aufwiesen, die Rating-Agenturen ihnen bescheinigten.

Die

Securisation ist das klassische Metier, das Investmentbanken – nach der Großindustrie – auch dem Mittelstand zugänglich machen. Es geht um den Zugang zur Finanzierung mit Wertpapieren. Trotz – oder gerade wegen – der kritischen Wertpapiermärkte sind Verkauf und Rückmietung von Firmenimmobilien mittels steuerlich geförderter Immobilienfonds (REITs) denkbar. Auf diesem hierzulande gerade entstehenden Geschäftsfeld verfügen ausländische Investmentbanken über langjährige Erfahrungen aus ihren Heimatmärkten. Anders als deutsche Banken gehen ausländische Investmentbanken gelegentlich auch als Aktionäre ins Risiko, wenn Börseneinführungen von Mittelstands-Aktien wegen schlechter Anlegerstimmung oder schlechter Geschäftslage vorübergehend nicht möglich sind oder wenn Übernahmen und Fusionen dies notwendig machen. Die Glaubhaftigkeit der mitunter weit reichenden Vorschläge steigt jedenfalls, sobald der vorschlagende Investmentbanker als Investor mit eigenem Geld einsteigt.

Nicht zuletzt haben sich ausländische Investmentbanken den deutschen Mittelständler auch als Privatkunden erschlossen, wenn es um seine Geldanlagen geht. Auf dem Markt der Optionsscheine und Anlagezertifikate sind beispielsweise JP Morgan oder Société Générale als treibende Kräfte dabei. Die derivativen Instrumente bilden nicht nur Wertpapiertrends ab, sondern bieten zudem umfangreich Gelegenheit, Absicherungsstrategien auf den Währungs- und Rohstoffmärkten zu realisieren, wie sie für internationale Geschäfte des deutschen Mittelstands unerlässlich sind.

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