Handelsblatt-Untersuchung
Familienunternehmen wachsen trotz Krise

Trotz Krise und erschwerter Bedingungen auf dem Markt: Die Umsätze und die Mitarbeiterzahlen der 30 größten Familienunternehmen in Deutschland sind gestiegen, zeigt eine aktuelle Handelsblatt-Untersuchung. Nur vier der Firmen weisen ein Minus auf - welche Unternehmen verloren haben und wer der große Gewinner ist.
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DÜSSELDORF. Obwohl die Krise im Herbst 2008 einsetzte, schlagen sich die größten Familienunternehmen wacker - und sind gut gerüstet. Von den größten Familienunternehmen in Deutschland weisen nur vier ein Minus auf: Bertelsmann, Tengelmann, Haniel und Freudenberg - und zwar mit maximal fünf Prozent Umsatzrückgang. Das zeigt das Handelsblatt-Ranking der Top-30-Familienunternehmen. Untersucht wurden hierbei die nichtbörsennotierten Familienunternehmen.

Die Untersuchung im Detail: Auffällig ist, dass die Reihenfolge im Vorjahresvergleich im oberen Drittel völlig konstant blieb. Untersuchungszeitraum war jeweils das zuletzt veröffentlichte Geschäftsjahr. Auf Platz eins steht die Schwarz Gruppe (Lidl) mit 53 Mrd. Euro Umsatz und 280 000 Mitarbeitern.

Auf Platz zwei steht Aldi mit 48 Mrd. Euro Umsatz und 200 000 Mitarbeitern gefolgt von der Merckle-Gruppe, Haniel und Tengelmann. Unter den Top Ten sind immerhin vier Handelsunternehmen, denn auf Platz zehn steht noch die Otto Group. "Unter den Familienunternehmen ist der Handel traditionell sehr stark vertreten, unter den Top 30 ist es immerhin jedes dritte", betont Christoph Achenbach, Partner der Unternehmensberatung Intes in Bonn, die auf Familienunternehmen spezialisiert ist.

Den größten Sprung innerhalb der Top 30 schaffte die Rethmann-Gruppe als Abfall- und Logistikunternehmen: Mit knapp 30 Prozent Umsatzzuwachs verbesserten sie sich um fünf Positionen auf Platz elf. Das relativ unbekannte Unternehmen erwirtschaftete 2008 mit immerhin 37 800 Mitarbeitern an über 500 Standorten in 25 Ländern 9,4 Mrd. Euro Umsatz. Die Familie Rethmann - das Unternehmen hat seinen Sitz in Lünen in Westfalen - wohnt seit 13 Jahren in Wamckow in Mecklenburg Vorpommern standesgemäß auf dem Gut Dessin aus dem Jahre 1870. Firmenpatriarch Norbert Rethmann ist mit seinen 70 Jahren dort seit zehn Jahren Bürgermeister der Gemeinde Kobrow.

Von den Top-30-Familienunternehmen hat Heraeus - Edelmetall- und Technologieunternehmen - am meisten zugelegt: Über 30 Prozent Umsatzsteigerung konnte der Edelmetall- und Pharmahändler im Geschäftsjahr 2008 verbuchen. Dieser Zuwachs basiert auf dem Geschäft mit Edelmetallen, das über 80 Prozent des Gesamtumsatzes bei Heraeus ausmacht.

Insbesondere der Anstieg des Goldpreises dürfte zu diesem beeindruckenden Wachstum beigetragen haben. Allerdings schlug das nicht auf den Gewinn durch: Der ging im Vorjahresvergleich um 20 Prozent zurück. Die Umsatzrückgänge aus dem Halbleiter- und dem Automobilgeschäft konnten in erster Linie durch den Umsatz mit Edelmetallen wettgemacht werden.

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