Handelskammer sieht Nachholbedarf
Schlecht auf die Nachfolge vorbereitet

Jedes dritte mittelständische Familienunternehmen in Hamburg ist auf unvorhersehbare Ereignisse wie Unfall, Krankheit oder Tod in der Geschäftsführung schlecht oder gar nicht vorbereitet. Nur zwei Drittel der Firmenübergaben erfolgen planmäßig durch altersbedingten Ruhestand.

sgr DÜSSELDORF. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Hamburger Handelskammer und dem Bonner Institut für Mittelstandsforschung zum Thema „Unternehmensnachfolge“, bei der 3 800 Betriebe befragt wurden.

„Besonders für die Notfallnachfolge müssen sich die Unternehmen noch besser vorbereiten“, sagt Jörn Schüßler, stellv. Geschäftsführer des Bereichs Unternehmensservice der Handelskammer. In Hamburg steht in den nächsten fünf Jahren bei rund 10 200 Unternehmen mit ca. 122 600 Beschäftigten ein Generationswechsel an.

Deshalb will die Handelskammer der Hansestadt ihre Mitgliedsunternehmen in den kommenden Monaten über Vorsorgemaßnahmen informieren; ein Merkblatt zur Notfallnachfolge gibt bereits erste Hilfestellungen.

Laut Studie gibt es bei 46 % der befragten Unternehmen auch keine Stellvertreter-Regelung. Mehr als zwei Drittel der Hamburger Betriebe haben keinerlei finanzielle Vorkehrungen für den Risikofall getroffen; auch Testamente oder ein Eheverträge existieren nur bei einer Minderheit. Jedes sechste Unternehmen steht „unvorhersehbaren Ereignissen“ völlig unvorbereitet gegenüber.

Die Untersuchung kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass in den Familienunternehmen, die in den vergangenen Jahren den Generationswechsel bereits vollzogen haben, im Gegensatz zu früheren Jahren das Eigentum nicht auf verschiedene Nachfolger verteilt, sondern in der Mehrzahl auf eine Person übertragen wurde.

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