Handlungsbedarf
Mittelständler kümmern sich kaum um Sicherheit

Während die Gebäude von Großunternehmen oft aufwändig gesichert sind und zum Teil sogar von einem Werksschutz überwacht werden, hoffen viele kleinere Unternehmen darauf, dass Einbrecher sie verschonen. Die meisten werden erst aktiv, nachdem diese Hoffnung enttäuscht wurde oder wenn Kunden nach mehr Sicherheit verlangen.

ST. INGBERT. Vor zehn Jahren sah Stefan Voit Handlungsbedarf. Der Chef des Automobilzulieferes Votronic GmbH im saarländischen St. Ingbert hatte sich über Einbrecher bis dato kaum Gedanken gemacht, doch jetzt forderten die Kunden, dass Voit sein Werksgelände besser sichern solle. Schließlich hätte ein Schaden durch einen Einbruch nicht nur das Geschäft der Votronic gefährdet, sondern auch das der Autohersteller. Wie Voit ergeht es vielen Mittelständlern

Die Kriminalitätsstatistik alarmiert: Hierzulande wird alle drei Minuten in Geschäftsräume oder Industriebetriebe eingebrochen, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Die Aufklärungsquote hingegen lag in den vergangenen Jahren bei nur 21 Prozent.

Bei der Sicherung der Gebäude können Chefs auf verschiedene Berater bauen: Private Sicherheits-Berater, Versicherungen und die Polizei bieten ihre Dienste an. Doch den richtigen Berater zu finden, ist nicht einfach. „Es gibt nur wenige Firmen, die wirklich fundiert beraten können“, berichtet Voit. „Die meisten wollen nur ihre Produkte verkaufen.“ Und auch Händler bieten oft nur Produkte eines einzigen Herstellers an, weil sie bei einem großen Absatz hohe Rabatte bekommen.

Mittelständler können sich nicht nur von Sicherheitstechnik-Anbietern beraten lassen, sondern auch von der Polizei. Die klärt meist zunächst die Beweggründe eines Unternehmers: Handelt der Firmeninhaber präventiv, wegen eines Schadensfalls oder muss er agieren, weil nach mehreren Einbrüchen die Versicherung mit Kündigung droht? Nach einer Vorortbesichtigung zeigen die Beamten Schwachstellen auf. „Wir benennen auch seriöse Fachfirmen, die sowohl Einbau wie auch Wartung der Sicherheitsanlage übernehmen können“, sagt Kriminalhauptkommissar Werner Gog vom Dezernat für Prävention beim Landeskriminalamt in Saarbrücken.

Automobilzulieferer Stefan Voit hat nach intensiver Suche eine Sicherheitstechnik-Firma aus seiner Region gefunden, die ihn kompetent beraten konnte. Die Berater empfahlen den Einbau von Bewegungsmeldern auf dem Werksgelände. Voit entschied sich für bewährte Technik: „GS-geprüften Anlagen sind oft konventioneller und bieten weniger Annehmlichkeiten als die allerneuesten Produkte. Aber sie funktionieren mit Sicherheit.“ Zusätzlich installierte Voit auch eine Brand- und Einbruchalarmanlage. Denn neben beruhigten Kunden hatte er noch einen weiteren Anreiz: Die Versicherung senkte die Prämie um mehrere hundert Euro.

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